Oldenburg - Zur neuen Regionalligasaison im Mai und Juni steht bei der ersten Männermannschaft des Oldenburger Tennisvereins (OTeV) ein kleiner Umbruch an. Tillmann Erdbories und Jonas König, viele Jahre Teil des OTeV-Teams, gehören nicht mehr zum Aufgebot.
Wenn die OTeVer am 5. Mai auf den Club zur Vahr, den neuen Verein von Erdbories, treffen, laufen dafür Florian Barth und Alexander Meyer auf. Zwei Deutsche – Barth, mit Zweitliga-Erfahrung, und Meyer, dessen Integration bereits im Winter begonnen hat – ersetzen zwei Deutsche. Barth sei ein Charakter nach seinem Geschmack, sagte OTeV-Trainer Daniel Greulich: laut und führungsstark auf dem Court, ein Stimmungsmacher. Ausländische Verstärkungen sollen laut Michel Dornbusch „punktuell je nach Gegner und Saisonverlauf“ dazukommen. Der OTeV plane fest mit Stefan Seifert, ihm, Mattis Wetzel, Barth, Meyer und Lasse Muscheites, so der Mannschaftsführer. In dieser Reihenfolge stehen die Stammkräfte auf dem Meldebogen.
Dass Dornbusch trotz seiner monatelangen Verletzungspause also an Position zwei oder drei aufschlagen wird, liegt am geschützten Ranglistenplatz („protected ranking“), den er beantragt hat. Dieser stand ihm zu, nachdem er bis zu seinem Comeback Anfang 2019 mehr als ein halbes Jahr kein Turnier und kein Punktspiel bestritten hatte. „Ich bin gut im Training und habe auch zwei Turniere geplant vor Mai“, sagt der 28-Jährige zu seinem aktuellen Leistungsstand. An diesem Osterwochenende ist er wie auch Seifert, Meyer und Muscheites für ein Vorbereitungsturnier in Schleswig-Holstein gemeldet.
Zu ihren Zielen äußern sich die Oldenburger wie gewohnt zurückhaltend. „Wir schauen am Anfang erst mal auf uns und gucken, wie der Start läuft“, sagt Dornbusch. Wenn es gut laufe, könne man „mit einem halben Auge nach oben schielen. Aber wir werden definitiv keine ganz wilden Sachen machen und alles auf den Aufstieg setzen.“
Wilde Sachen wären in erster Linie hohe Ausgaben für mehrere auswärtige Akteure. Hochkarätige Profis hat Oldenburg jedoch nicht im Angebot. Der 22-jährige Simone Roncalli aus Italien steht unter den Top 300 der zweitrangigen ITF-Weltrangliste, gut 200 Plätze vor Seifert (ITF 506). Seit einigen Monaten führen die Organisation der Profis ATP und die International Tennis Federation (ITF) zwei unabhängige Weltranglisten, für die Spieler je nach Turnierkategorie Punkte bekommen. Luca Margaroli (Italien/Schweiz) ist im Doppel die Nummer 143 der ATP-Weltrangliste. Margaroli stand bereits 2018 auf dem OTeV-Meldebogen, kam aber nicht zum Einsatz.
In der vergangenen Sommersaison hatten die Oldenburger die beiden Begegnungen gegen die ärgsten Konkurrenten deutlich verloren. Der TC Blau-Weiß Berlin stieg in die 2. Bundesliga Nord auf. Der Wilhelmshavener THC bekam wegen eines freigewordenen Startplatzes einige Monate später die Möglichkeit, in Liga zwei aufzurücken. Dadurch ist nun Absteiger Suchsdorf, Barths Ex-Club, der Gegner, den es zu schlagen gilt, soll es mit dem OTeV-Aufstieg klappen. Wobei der Club zur Vahr gleich zu Beginn ein starker Gegner ist. Zwar liegt der letzte Bremer Sieg gegen Oldenburg viele Jahre zurück, doch der Club ist nicht zuletzt dank Zugang Erdbories mindestens so gut besetzt wie der OTeV. Erdbories gewann im vergangenen Sommer acht seiner elf Einzel und Doppel für die Oldenburger.
Die personelle Situation ist günstig für das Greulich-Team: Seifert ist fit, ein Dornbusch in Bestform schwer zu schlagen. Die Stammkräfte stehen alle bereit. Schaffen es die OTeVer, sich in entscheidenden Partien an den passenden Positionen zu verstärken, könnten Dornbusch und Wetzel noch mal zweitklassig spielen. Beide werden innerhalb der kommenden anderthalb Jahre 30. Sie könnten dann in die Altersklasse wechseln. Seifert beweist mit seinen 34 Jahren aber, dass das Alter natürlich eine sehr flexible Marke ist.
