OLDENBURG - „Das war ein Start – einfach nur geil!“ Daniel Greulich, Trainer der Regionalliga-Männer des Oldenburger Tennisvereins (OTeV), war nach dem überraschenden 3:3 in der Auftaktbegegnung der Winter-Hallensaison gegen den klar favorisierten TV Sparta Nordhorn überglücklich und mächtig stolz auf sein junges Team. „Als Trainer habe ich jahrelang auf solch eine Besetzung gewartet und immer wieder angemahnt, dass mal alle Spieler hochmotiviert im Team über sich hinauswachsen – jetzt hat’s geklappt, endlich.“
Was war passiert? Weil das Visum des indischen Neuzuganges Ranjeet Virali Murugesan noch nicht genehmigt worden war und auch Lennart Maack noch nicht für den Aufsteiger OTeV eingesetzt werden konnte, machte Greulich aus der Personalnot eine Tugend und setzte komplett auf den Nachwuchs. Und dieser nutzte seine Chance eindrucksvoll.
Zwar verlor die gerade erst wiedergenesene Oldenburger Nummer eins, Torsten Wietoska, sein Einzel gegen Michael Pille mit 5:7, 7:6 und 3:6. Doch brachte er den norddeutschen Meister an den Rand einer Niederlage. „Hut ab, was Torsten nach fünfwöchiger Pause gespielt hat“, lobte Greulich. Danach hatte Mattis Wetzel sein Gegenüber Bastian Grönefeld beim 7:5, 6:2-Erfolg gut im Griff. „Mattis hat seine Chance gegen den Ex-Profi eiskalt genutzt“, freute sich Greulich.
Eine starke Debütvorstellung bot im Anschluss der als Ersatzmann ins OTeV-Team gerutschte Michel Dornbusch. Der 17-Jährige war jedoch bei seinem ersten Regionalliga-Einsatz gegen Bart Beks chancenlos und verlor 3:6, 2:6. Als sich danach auch der ebenfalls kurzfristig nachgerückte Felix Altdörfer seinem Gegner Steven Korteling mit 3:6, 2:6 geschlagen geben musste, sah alles nach der erwarteten Heimniederlage aus.
„Es ist noch alles drin“, stachelte Greulich seine Spieler vor den beiden Abschlussdoppeln aber noch einmal an: „Habt den Mut, schneller zu spielen als sonst, dann bekommt ihr vielleicht einen Lauf.“ Gesagt, getan.
Und so fertigten Dornbusch/Altdörfer in 50 Minuten das auf internationalem Niveau eingespielte und hoch favorisierte Doppel Beks/Korteling mit 5:7, 7:5 und 7:6 ab. „Ich darf eigentlich niemanden hervorheben, aber Michel Dornbusch hat in einem frechen Auftritt das Doppel seines Lebens gespielt“, betonte Greulich, während die beiden für Nordhorn spielenden Niederländer noch minutenlang völlig konsterniert auf der Bank saßen. Kurz darauf machten Wietoska/Wetzel in einem dramatischen Tie-Break gegen Pille/Grönefeld die Riesenüberraschung perfekt. Sie siegten 5:7, 7:5 und 7:6 und sorgten für den völlig unerwarteten Punktgewinn.
Schon am kommenden Sonnabend ist der OTeV wieder in eigener Halle am Johann-Justus-Weg gefordert. Dann ist Angstgegner Uhlenhorster THC zu Gast. „Bis dahin sollten sich auch einige personelle Fragezeichen geklärt haben“, hofft Greulich.
