Oldenburg - Basketball kann nicht nur unterhalten, Basketball kann auch verbinden und Werte vermitteln. Davon sind EWE Baskets-Chef Hermann Schüller und Paul Isernhinke überzeugt. Deshalb haben sie gemeinsam mit der Baskets Akademie Weser-Ems ein soziales Integrationsprojekt ins Leben gerufen mit dem Titel: „Street Baskets 4 Life“.
Der Plan: geflüchtete Jugendliche durch ein Streetball-Turnier mit vorgeschalteter Trainingsphase nachhaltig zu integrieren. „Basketball hat eine sehr hohe integrative Kraft“, betont Schüller, der die Idee zu dem Projekt hatte und seit einigen Monaten viele Gespräche geführt hat. Das ist der bisherige Stand:
Was plant die Baskets Akademie genau?
Geplant ist ein Trainingsprogramm mit anschließender Turnierserie an den Standorten Oldenburg, Rastede, Westerstede und Bad Zwischenahn. Die Auftaktveranstaltung soll bis zum 31. März stattfinden, die Trainingsphase im April starten. Von Mai bis Juli sollen an den vier Standorten Turniere stattfinden, im August tragen die besten Teams ein Finalturnier in Oldenburg aus.
Wer kann sich anmelden?
14 Mannschaften mit jeweils vier Spielern können teilnehmen. Gespielt wird im „3 gegen 3“, mit einem Auswechselspieler. In jedem Team müssen zwei Jugendliche einen Migrationshintergrund aufweisen. Jungen und Mädchen spielen getrennt, die Jugendlichen müssen zwischen 10 und 16 Jahre alt sein.
Was ist das Ziel der Aktion?
„Basketball ist hier Mittel zum Zweck“, betont Schüller. Und der Zweck ist die Integration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. „Wir haben überall die Problematik, dass es jede Menge Flüchtlinge gibt“, sagt Schüller. An jedem der vier Standorte gebe es etwa 400 Jugendliche mit Migrationshintergrund, in Oldenburg deutlich mehr. Projektkoordinator Isernhinke, der ab 1. Januar fest angestellt wird, hat in diesem Bereich bereits Erfahrung: Der 19-Jährige hat in Namibia eine Basketballschule aufgebaut. „Ich habe dort gemerkt, dass das, was vor allem fehlt, nicht die schulische Bildung ist, sondern die Charakterbildung.“
Basketball biete sich an für teamorientierte Wertevermittlung. „Das Spiel hat viele Regeln. Kinder lernen die Regeln und halten sich daran – und übertragen das auf Gesetze.“ Nach den Einheiten gebe es Reflexionsgespräche: „Dann bleibt’s hängen“.
Wo kommt das Geld her?
Das Projekt kostet etwa 300 000 Euro, die zum Großteil von Stuftungen und Unternehmen gesponsort werden, berichtet Schüller. Die Plätze im Ammerland stellen die Kommunen, der Court in Oldenburg soll an der Maastrichter Straße noch gebaut werden – inklusive Beachvolleyballfeld und 200-Meter-Tartanbahn. Der Platz soll dann auch offen zugänglich sein.
