OLDENBURG - Bevor es richtig losgeht, flippen die Gegner erst mal aus. Wilde Rüpeleien und unkontrollierte Ausraster sind auf dem Spielfeld danach aber nicht zu erwarten. Denn beim Ultimate Frisbee geht es sehr fair zu. Unter „Ausflippen“ verstehen die Sportler lediglich die Wahl des Anwurfrechtes vor dem Spiel. Während beim Fußball zu diesem Zweck meist eine Münze in die Luft fliegt, sind es beim Frisbee die Scheiben, die „geflippt“ werden und darüber entscheiden, welches Team beginnt.

Was dann folgt, konnten die Zuschauer jetzt beim 7. Ultimate-Frisbee-Turnier in der Oldenburger Uni-Sporthalle beobachten. Zwei Mannschaften mit jeweils fünf (Halle) oder sieben (Feld) Spielern stehen sich gegenüber. Ziel ist es, die Scheibe zu Mitspielern zu passen und das Spielgerät letztlich in der gegnerischen Zone zu fangen. „Das erinnert schon stark an American Football, nur mit viel weniger Körperkontakt“, erklärt Samuel Klasing, Spielertrainer des Veranstalters „Sunblocker“ Oldenburg.

Schon die Vereinsnamen verraten, dass die Aktiven relativ locker an die Sache herangehen. Da treffen die Friesengeister aus Emden auf die Fischbees Hamburg und brauchen noch nicht einmal einen Schiedsrichter. Nach strittigen Szenen versuchen die Spieler, sich untereinander zu einigen. „Es ist bei uns Regel Nummer eins, den Gegner zu respektieren. Das macht es so entspannt“, preist Daniela Kruth die Vorzüge ihrer Sportart an, bei der Männer und Frauen meistens in gemischten Mannschaften antreten.

Seit sieben Jahren wirft Daniela für die „Sunblocker“ und hat inzwischen ihre Vorurteile vom reinen Strandspiel abgebaut. Denn der Frisbee-Sport setzt nicht nur ein lockeres Handgelenk, sondern auch eine hohe Laufbereitschaft voraus. „Vor allem auf dem Feld sind die Wege weit, und es kann bis zu fünf Minuten dauern, bis ein Angriff ausgespielt ist“, berichtet Klasing.

Wer nahe genug ans Spielfeld herangeht, hört, wie ein Abwehrspieler im Sekundentakt den Angreifer anzählt, der die Scheibe gefangen hat. Bei acht (Halle) bzw. zehn (Feld) muss der sich wieder vom Spielgerät trennen, sonst wechselt der Scheibenbesitz. Mit ihr zu laufen, ist verboten. Nur Sternschritte wie beim Basketball sind erlaubt.

Den Titel aus dem Vorjahr konnten die „Sunblocker“ beim Turnier nicht verteidigen. Es gewann „Deine Mudder“ aus Bremen. Die Gastgeber wurden mit dem Frauenteam „KoBold“ (Oldenburg/Bremen) Achte und mit der gemischten Mannschaft Vierte. Kein schlechtes Ergebnis, wenn auch keines zum Ausflippen.