OLDENBURG -
und Heinz Arndt
OLDENBURG - Für ganz Fußball-Deutschland gab es am Wochenende nur ein Diskussions-Thema: War die am Freitag von Bundestrainer Jürgen Klinsmann verkündete Entscheidung, Jens Lehmann zur neuen Nummer eins im deutschen Tor zu befördern und damit den Vorzug vor Oliver Kahn zu geben, richtig? Die NWZ befragte drei Oldenburger Keeper zur „T-Frage“, welche die Nation entzweit.„Mann muss die Entscheidung von Klinsi akzeptieren“, sagte gestern Ralf Eilenberger, seit Jahren unumstrittene Nummer eins beim Fußball-Niedersachsenligisten VfB Oldenburg. Für den langjährigen Bundesliga-Torwart von Wattenscheid 09 hat das Vorgehen zu Gunsten von Lehmann aber einen faden Beigeschmack: „Der Zeitpunkt der Bekanntgabe so kurz vor dem Spitzenspiel Werder gegen Bayern war absolut falsch. Zudem wurde Kahn schon lange vorher demontiert – zum Beispiel durch die Absetzung als Kapitän der DFB-Elf.“
Ins selbe Horn stößt Thomas Wegmann. Der Torhüter des Ligarivalen VfL outet sich jedoch vorab als „vorbelastet, weil ich Bayern-Fan bin“: „zudem sehe ich keinen Leistungsunterschied zwischen Lehmann und Kahn.“ An Stelle des ausgebooteten Bayern-Keepers würde er sich bei der WM im eigenen Land auf die Bank setzen und jetzt nicht die Brocken hinwerfen: „Dabei kann er nur Sympathien sammeln. Und außerdem darf man gespannt sein, was passiert, wenn Lehmann im Eröffnungsspiel gegen Costa Rica patzt: Dann treiben sie Klinsmann doch durchs Land.“
Derweil hält Marco Büsing, Torsteher beim Bezirksoberligisten GVO, die Entscheidung pro Lehmann aus leistungsmäßiger Sicht für richtig: „Er hat in den vergangenen Wochen konstant überragend gehalten und ist der bessere Spieler. Dagegen hat Kahn nur vom Typ her Vorteile: Er kann seine Mannen auch mal in den Hintern treten.“
