Oldenburg - Stück für Stück nimmt der Bundesliga-Kader von Oldenburgs Coach Pedro Calles Gestalt an. Erst kam Nationalspieler Kenneth Ogbe (27) aus Bamberg zu den EWE Baskets, dann folgte Calles-Wunschspieler Trey Drechsel (25) aus Belgrad. Die Verpflichtung von Max DiLeo trägt nun erneut die Handschrift des neuen Trainers, der mit dem Basketball-Nationalspieler einen in seinen Reihen hat, den er bestens kennt – und umgekehrt.
Das eingespieltes Duo
Calles (38) und DiLeo (29) arbeiten bereits seit vier Jahren zusammen. Von 2018 bis 2020 trainierte der spanische Coach den Deutsch-Amerikaner bei Rasta Vechta, anschließend folgte der Guard Calles zu den Hamburg Towers. Nun geht ihre gemeinsame Reise in Oldenburg mindestens zwei Jahre weiter. DiLeo hat einen Vertrag bis 2024 unterschrieben, der Kontrakt seines Coaches läuft sogar bis 2025.
Der Defensivanker
In DiLeo haben die Oldenburger nach Karsten Tadda wieder einen richtigen Defensivspezialisten auf dem Parkett. Der Guard verkörpert die Spielphilosophie von Calles wie kaum ein anderer und weiß genau, was der Coach von ihm erwartet. „Für mich war es enorm wichtig, dass Max zu uns stößt. Denn ich weiß, was er einer Mannschaft geben kann – nicht nur am Gameday, sondern tagein, tagaus im Training und abseits des Courts. Er hängt sich unablässig rein in seine Aufgabe“, lobt der Trainer den unermüdlichen Arbeiter. Der Basketball-Lehrer steht für eine aggressive und kompakt stehende Defensive. Diesen Spielstil hat er bereits in Vechta und Hamburg erfolgreich praktiziert. Doch auch die Offensive lässt der „Trainer des Jahres“ der Bundesliga-Saison 2018/19 natürlich nicht außer Acht – DiLeos Stärken liegen allerdings eher in der Verteidigung.
Die Deutschen
Mit der Verpflichtung von DiLeo und Ogbe haben die Baskets auch auf den deutschen Positionen nachgelegt. In der vergangenen Saison dominierten vor allem die ausländischen Profis die Startaufstellung. Eine Regel der Basketball-Bundesliga BBL besagt aber, dass die Teams maximal sechs Ausländer im Spieltagskader (bis zu zwölf Akteure) haben dürfen. Für einen vollen Kader sind also sechs deutsche Spieler nötig. In der vergangenen Saison waren dies bei den Baskets nur selten die herausragenden Spieler – das kann sich in der kommenden Spielzeit ändern. Ogbe und DiLeo sind Kandidaten für die erste Fünf. Dazu ist ein Verbleib von Nationalspieler Bennet Hundt (23), Norris Agbakoko (22) und Alen Pjanic (25) in Oldenburg wahrscheinlich. Besonders Pjanic lebt von seiner energiegeladenen Spielweise – etwas, das Calles gefallen dürfte. Hundt zeigte sein Potenzial in Ansätzen, könnte in seiner zweiten Baskets-Saison aber noch eine Schippe drauflegen – offensiv wie defensiv. In Jerry Ndhine (19) klopft zudem ein hoffnungsvolles Talent an die Tür zum Profi-Kader und könnte in der neuen Saison eine größere Rolle spielen. Ob Martin Breunig und Sebastian Herrera eine Zukunft unter Calles haben, ist hingegen offen. Das gilt aber auch für den Verbleib der Leistungsträger Phil Pressey, Tai Odiase, T.J. Holyfield (alle USA) sowie Max Heidegger (USA/Israel). Rickey Paulding (USA) hat seine erfolgreiche Karriere beendet und der Pole Michal Michalak hat den Club bereits verlassen.
