Oldenburg - Dass es in ihm arbeitete, konnte Dario Fossi am Dienstagabend nicht verstecken. Gerade hatte der Trainer des VfB Oldenburg mit seiner Mannschaft das Halbfinale des Fußball-Landespokals gegen den SV Meppen mit 0:4 (0:1) verloren und das mögliche Ticket in den DFB-Pokal verpasst. Den Coach störte aber nicht die Leistung seiner Jungs, sondern die Ansetzung.
„Die Wertschätzung vom Verband ist nicht zu sehen. Meppen spielt als Drittligist eine Saison komplett durch und kann mit dieser Physis zum Pokal antreten. Der VfB sitzt sechs Monate fest, kann am Ende nur trainieren und ein paar Testspiele absolvieren“, ärgerte sich Fossi über die Terminierung und legte nach: „Das sind einfach ungleiche Voraussetzungen. Ich fühle mich da schon ein wenig veräppelt.“
In der Tat: Dass der Drittliga-Absteiger aus dem Emsland eingespielter und fitter daherkam, lag sicher auch daran, dass der VfB als Regionalligist im semiprofessionellen Bereich in der Corona-Pandemie zum Pausieren verdammt war. Während Meppen die gesamte Saison durchspielte, hatten die Oldenburger nach ihrer Zwangspause nur ein Pflichtspiel in den Beinen. Den Termin allerdings weiter nach hinten zu schieben (wie es andere Landesverbände tun), kam für den Niedersächsischen Fußballverband (NFV) nicht in Frage. Meppen trifft schon an diesem Samstag (15 Uhr, Eilenriedestadion in Hannover) im Finale auf Nord-Regionalligist SV Drochtersen/Assel, der Gewinner nimmt am DFB-Pokal teil (1. Runde: 6. bis 9. August). Der NDR zeigt das Endspiel in einem Livestream. Es ist eingebettet in den Finaltag der Amateure, an dem dieses Jahr in abgespeckter Version 13 Landesverbände ihre Pokalsieger ermitteln.
Für die Oldenburger geht es indes nach nur zwei Spielen (zuvor gewann der VfB das Pokal-Viertelfinale mit 4:3 gegen den SSV Jeddeloh) nach der Pause in die nächste Pause. Wann die neue Saison beginnt, steht noch nicht fest.
