OLDENBURG - OLDENBURG/SR/HB - Bei der „Trofeo Princesa Sofia“ vor Palma de Mallorca, dem traditionellen Saisonauftakt für alle olympische Segelklassen in Europa, hat das „EWE Sailing Team“ die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllt. Umso motivierter treten die fünf Segler aus drei Bootsklassen (Tornado-, 470er- und Laser-Klasse), darunter die Oldenburger Studenten Johannes Polgar und Tobias Schadewaldt, nun ab Sonntag beim World Cup im südfranzösischen Hyères an.
In der so genannten „High-Performance-Klasse“ Tornado, für die im Rahmen der „Trofeo Princesa Sofia“ gleichzeitig die Europameisterschaften ausgetragen wurden, erzielten die Weltranglisten-Dritten Polgar/Florian Spalteholz einen achten Rang von 47 teilnehmenden Booten. Damit haben die deutschen Favoriten die eigene Zielsetzung, einen Platz unter den besten Fünf bei der EM, verpasst. „Wir haben im Winter lange an der Bootsgeschwindigkeit gearbeitet und können uns jetzt weltweit mit zu den schnellsten Teams zählen. Das gibt uns große Sicherheit. In Palma kamen wir allerdings schwer mit den stark drehenden Winden zurecht. Aber nach einer ausgiebigen Fehleranalyse fühlen wir uns stark für Hyères“, so Polgar, der den zeitintensiven Hochleistungssport wie Schadewaldt mit dem speziell entwickelten Studiengang „BWL für Spitzensportler“ an der Uni Oldenburg kombiniert.
Der gebürtige Wilhelmshavener Schadewaldt, der im Laser zu den deutschen Favoriten für die Olympiaqualifikation zählt, scheiterte vor Palma weniger an den Wetterverhältnissen als an den Entscheidungen der Schiedsrichter auf der Regattabahn. Seine starken Einzelplatzierungen in dem hochkarätigen Laser-Feld (u.a. ein erster und ein neunter Platz) ließen auf mehr als einen 36. Rang im Endklassement hoffen. Schadewaldt durfte aber an zwei der insgesamt sieben Rennen nicht teilnehmen, weil er einmal zu früh die Startlinie überquert hatte und in einem anderen Rennen des „unerlaubten Vortriebs“ (Körperbewegungen, die das Boot schneller durchs Wasser gleiten lassen sollen) bezichtigt wurde und aufgeben musste.
Wie in vielen anderen Fällen hätten die Schiedsrichter auch hier anders entscheiden können, denn die Beurteilungen sind subjektiv. Tobias wirkte zwar enttäuscht, blickt aber zielstrebig nach vorn: „Das ist natürlich hart. Aber so ist das im Segelsport. Sowohl Schiedsrichter als Segler wissen, dass man bestimmte Risiken eingehen muss, sonst ist ein Platz unter den besten Zehn einfach nicht drin.“
In Hyères haben die Segler neben den noch ausstehenden Europa- und Weltmeisterschaften für dieses Jahr die letzte Chance, bei einem World Cup mit einem Platz unter der ersten Sechs die Vorgabe des Deutschen Segler-Verbandes für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2008 zu erfüllen.
