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Wie Oberligist VfL Oldenburg die Premiere im DFB-Pokal erlebt hat 0:5, chancenlos – aber ein „mega Gefühl“

Lars Blancke
Lars Blancke Manfred Mietzon

Oldenburg - Lasse Otremba wollte etwas hervorheben. „Wir spielen sonst in der Oberliga vor 200, 300 Zuschauern. Heute waren es 4200. Das war für jeden ein spezielles Erlebnis“, sagte der Trainer des VfL Oldenburg. Dass seine fünftklassigen Fußballer kurz zuvor gegen den Zweitligisten Fortuna Düsseldorf in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 0:5 (0:3) verloren hatten und dabei chancenlos waren, störte am Sonntagnachmittag kaum. „Es war einfach ein mega Gefühl“, sagte beispielsweise VfL-Verteidiger Carsten Abbes (23). „Ich bin super glücklich, es war ein tolles Gefühl“, meinte auch Stürmer Simon Brinkmann (20). Stimmen, die man selten von Verlierern hört.

Spielstatistik

VfL Oldenburg: Pöpken - Abbes (77. Thiele), Frenzel, Gereke, Mennicke, Onnen (77. Tjardes) - Blömer (67. Wollesen), Friedrichs, Lameyer, Jabateh (77. Janßen) - Brinkmann (52. de Buhr).Fortuna Düsseldorf: Kastenmeier - Narey, Klarer (46. Oberdorf), Nedelcu, Koutris (72. Hartherz) - Shipnoski, Prib (62. Piotrowski), Appelkamp (62. Sieben), Klaus - Hennings (62. Ofori), Kownacki.Schiedsrichter: Sven Jablonski (Bremen). Zuschauer: 4200. Tore: 0:1 Hennings (13.), 0:2 Abbes (23./Eigentor), 0:3 Kownacki (26./Foulelfmeter), 0:4 Hennings (61./Foulelfmeter), 0:5 Shipnoski (70.).

Der Spielverlauf

Wie eine Niederlage fühlte es sich auch nicht an, als die VfL-Spieler nach Abpfiff auf einer Ehrenrunde ihren Applaus im Marschwegstadion abholten. Erstmals in seiner Geschichte war der VfL im wichtigsten Pokalwettbewerb Deutschlands vertreten (er hatte den coronabedingt durch Losverfahren entschiedenen Landespokal gewonnen und sich so qualifiziert). Und der Respekt vor dem übermächtigen Gegner und der großen Kulisse war den Oldenburgern vor allem in der Anfangsphase anzumerken.

DFB-POKAL Fortuna Düsseldorf lässt dem VfL Oldenburg keine Chance

Björn Buske
Oldenburg

Düsseldorf trat konzentriert, dominant, spielfreudig auf – und hatte die Partie frühzeitig nach Treffern von Torjäger Rouwen Hennings (13. Minute), einem Eigentor von Abbes (23.), und Dawid Kownacki (26./Foulelfmeter) entschieden. Hennings (61., Foulelfmeter) und Nicklas Shipnoski (70.) legten in der zweiten Halbzeit, in der sich der VfL offensiv etwas mutiger und defensiv stabiler präsentierte, nach. „Klar ärgere ich mich über das Eigentor. Aber ich hatte einen Gegenspieler direkt im Rücken. Der hätte auch getroffen, wenn ich nicht hingehe“, sagte Abbes.

Die Reaktionen

„Ich will einen großen Dank an den Verein, alle Helfer und vor allem die Zuschauer richten. Das war vor und nach dem Spiel Gänsehaut“, sagte Kapitän Nils Frenzel, der mit 31 Jahren älteste VfLer auf dem Rasen. „Gerade zu Beginn in den ersten 30 Minuten ging alles zu schnell für uns. Dann haben wir gemerkt, dass wir uns mit dem Ball mehr zutrauen können. Es ist schade, dass wir nicht getroffen haben“, resümierte Frenzel. Auch Sportleiter Detlef Blancke fehlte nur ein Tor: „Ansonsten sind wir bei dem Dreiklassenunterschied mit einem 0:5 im Soll geblieben.“ Trainer Otremba betonte, dass die Fortuna durch zwei Elfmeter und nach einem Eckball getroffen und somit nur zwei Tore aus dem Spiel heraus geschossen hätte. Das lag allerdings auch am mehrfach stark parierenden VfL-Torwart Thilo Pöpken (22). „Wir hatten sehr viele Chancen und hätten früher das 1:0 machen müssen. Wir haben uns gefreut, dass der VfL versucht hat mitzuspielen“, sagte Fortuna-Trainer Christian Preußer. Eines stellten indes wohl alle VfL-Spieler fest. „Erst, wenn man gegen so ein Team auf dem Platz steht, merkt man, wie gut und schnell sie sind, dass sie dir überhaupt keine Zeit lassen“, sagte Brinkmann.

Das Drumherum

6000 Zuschauer waren dank eines strengen Hygienekonzeptes zugelassen. 4200 Geimpfte, Genesene oder Negativ-Getestete waren dabei. Auf den Rängen herrschte eine ausgelassene Atmosphäre, die Düsseldorfer Anhänger waren sowohl in Blöcken im Sitzplatz- als auch im Stehplatzbereich verteilt und verhielten sich ruhig. Einer hatte es indes nach dem Spiel besonders eilig: Lasse Otremba. Seine Frau Isabel erwartet stündlich das erste Kind. „Unser Betreuer hatte das Handy dabei. Wäre während des Spiels der Anruf gekommen, wäre ich los zum Kreißsaal. Das ist doch ganz klar“, erzählte der 30-Jährige. Das nächste „spezielle Erlebnis“ mit einem „mega Gefühl“ steht also schon kurz bevor.

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion
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