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NWZonline.de Sport

Losfee Felix Magath sieht Zukunft im Ausland

12.11.2019

Oldenburg Felix Magath guckte kurz auf das kleine hölzerne Kästchen auf dem Tisch vor sich, da huschte ihm ein Lächeln über das Gesicht. „Oh, ihr habt ja sogar verschiedene Teesorten hier. Das ist sehr nett“, sagte er, blickte wieder herunter und suchte sich sorgfältig seinen Favoriten aus. Klar, wenn Magath über Fußball redet, darf sein legendäres Lieblings-Ritual und -Getränk nicht fehlen.

Ganz entspannt präsentierte sich der Trainer außer Dienst am Montagmorgen in den Räumen der Öffentlichen Oldenburg. Star-Gast Magath war im Champions-League-tauglichen blauen Designer-Zwirn zusammen mit Werder-Sportchef Frank Baumann der Einladung von Gastgeber und Öffentliche-Vorstand Jürgen Müllender sowie Veranstalter Dieter Burdenski gefolgt, um die Gruppen für das Hallenfußballturnier der Traditionsmannschaften am 3. Januar in der großen EWE-Arena auszulosen – und bewies dabei ein überaus gutes Händchen.

Wunschlos gezogen

„Wen wollt ihr haben?“, fragte er in Richtung von Michael Richter und Benjamin Doll, die für Lokalmatador VfB Oldenburg vor Ort waren. „HSV“, entgegneten sie. Magath griff in den Siegerpokal, zog ein Los, rollte es aus und zeigte prompt seinen Ex-Verein in die Runde. „Na Bitte, der HSV“, kommentierte der 66-Jährige schmunzelnd. Die Gruppe A komplettieren die Ex-Profis von Borussia Mönchengladbach. „Gleich mal dem Tabellenführer zeigen, was ’ne Harke ist“, flachste Magath mit Blick auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle.

Der Job als Losfee machte ihm sichtlich Spaß, aber natürlich stand seine eigene Zukunft sowie seine gewohnt starke Meinung zu den Themen des Fußballs ebenfalls im Mittelpunkt. Schließlich sind Magaths Auftritte in der Öffentlichkeit seltener geworden. „Ich bin offen für etwas Neues“, betonte der dreifache Deutsche Meister als Spieler (1979, 1982 und 1983 mit dem Hamburger SV) und als Trainer (2005 und 2006 mit Bayern München, 2009 mit VfL Wolfsburg) am Montag.

Seit dem Ende seines China-Abenteuers bei Shandong Luneng Taishan (Juni 2016 bis Dezember 2017) sucht „Quälix“, wie er aufgrund seiner anstrengenden Trainingsmethoden früher genannt wurde, nach einer neuen Aufgabe. In Deutschland wird diese aber wohl nicht sein. „Die Bundesliga kenne ich ja schon und im Ausland hat es mir immer gut gefallen“, meinte Magath mit einem verschmitzten Lächeln.

Meinungsstarker Mann

Mit weiteren Zukunftsplänen hielt „Quälix“ sich zurück, ansonsten haderte er mal wieder mit dem modernen Fußball, den er schon so häufig als Trainer der „alten Schule“ infrage gestellt hatte. Der Videobeweis? „Eine Katastrophe! Das versteht keiner mehr“, sagte Magath, dabei habe er gedacht, das technische Hilfsmittel macht das Spiel gerechter: „Bitte abschaffen!“

Das sind die Gruppen am 3. Januar

Felix Magath und Werders Sportchef Frank Baumann haben am Montag folgende Gruppen für das Hallenfußball-Traditionsturnier um den Cup der Öffentlichen Oldenburg am Freitag, 3. Januar (ab 18.30 Uhr), in der großen Arena ausgelost:

Gruppe A: VfB Oldenburg, Borussia Mönchengladbach, Hamburger SV. Gruppe B: Werder Bremen, Borussia Dortmund, Twente Enschede.

Der Vorverkauf läuft bereits. Tickets gibt es bei Nordwest-Ticket unter 0421/363636 oder

    www.nordwest-ticket.de

Magath selbst als Trainer der deutschen Nationalmannschaft? „Daran ist nicht zu denken. Das ist nicht meine Richtung. Immer nur den Ball von links nach rechts zu schieben, damit kann ich mich nicht anfreunden“, kritisierte der 66-Jährige den Spielstil. Er wolle Tore schießen oder Tore verhindern und sei „nicht so auf diesen Ballbesitzfußball fixiert“.

Weitaus positiver denkt er inzwischen über „seinen“ Hamburger SV. „Ich bin mir sicher, dass er in dieser Saison aufsteigt. Aus meiner Sicht wurden zuletzt gute sportliche Entscheidungen getroffen“, sagte Magath und hob dabei die Verpflichtung des erfahrenen Dieter Hecking (55) als „ausschlaggebend für die positive Entwicklung“ hervor – wer zwischen den Zeilen lesen wollte, konnte hier auch einen Seitenhieb auf die Entwicklung hin zu den vielen jungen Trainern erkennen.

Und noch eines missfällt Magath am modernen Fußball – und damit spannte er den Bogen hin zu dem Hallenturnier in Oldenburg. „Spieler, die sich auf einem engen Raum im Eins-gegen-Eins durchsetzen, gibt es leider immer weniger. Für mich war das immer ein ganz wichtiger Teil der Trainingsarbeit und deswegen bin ich auch immer ein Verfechter des Hallenfußballs gewesen“, trug er vor.

Große Namen dabei

Ob Magath tatsächlich mit dem HSV am 3. Januar dabei ist, ist derzeit noch offen – wie bei so vielen großen Namen, die kurzfristig ab- oder zusagen. Die Hamburger planen laut Burdenski etwa mit Vahid Hashemian, Stefan Schnoor oder Keeper Richard Golz. Sie treffen bei den Gladbachern beispielsweise auf den brasilianischen Zauberer Chiquinho. Der VfB hält mit seiner bekannten Traditionsmannschaft dagegen, will mit Waldemar Kowalczyk, Horst Elberfeld und Co. erneut um den Titel mitspielen. „Ich hoffe, dass der VfB und Werder erneut spät aufeinandertreffen“, sagte Müllender mit Blick auf die beiden Stimmungsgaranten des Turniers.

Apropos Stimmung. „Mehr als 3000 Karten sind bereits verkauft, die Leute sollten sich beeilen“, sagte Burdenski über den Vorverkauf. Zu dem „ausgezeichneten Teilnehmerfeld“ gehöre sein Ex-Verein Werder Bremen als fester Bestandteil. „Wir wollen guten Fußball zeigen und uns unseren Fans hautnah präsentieren“, betonte Baumann, der selbst aber wohl nicht in Oldenburg dabei ist, da Werders Profis am selben Tag in ihr Winter-Trainingslager auf Mallorca aufbrechen.

Ailton soll wieder liefern

Die Bremer treffen indes in ihrer Gruppe B auf Borussia Dortmund sowie den niederländischen Vertreter Twente Enschede und werden erneut mit einer starken Truppe antreten. Publikumsliebling Ailton, Sturmpartner Ivan Klasnic und Ex-Oldenburg- und Werder-Trainer Alexander Nouri sollen bereits fest zugesagt haben.

„Ailton ist schon im Trainingslager, er ist Kult und gehört dazu“, warf Burdenski ein. Ob Felix Magath den Trainingsplan für ihn aufgestellt hat? „Er braucht vor allem einen Ernährungsplan“, antwortete der Star-Gast schlagfertig – und rührte seelenruhig in seinem Tee herum.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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