• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport

Von wegen 90 Minuten, lieber Sepp!

10.07.2018

Oldenburg Der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten – so hatte es einst Trainer Sepp Herberger gesagt, der Deutschland 1954 zum ersten WM-Titel geführt hat. So ganz richtig ist seine legendäre Aussage allerdings nicht.

Zu den 90 Minuten kommt ja noch die Nachspielzeit dazu. „Der Schiedsrichter bestimmt in jeder Halbzeit die Nachspielzeit, um die Zeit zu kompensieren, die durch folgende Ereignisse verloren ging: Auswechslungen, Untersuchung und/oder Abtransport von verletzten Spielern, Zeitschinden, Disziplinarmaßnahmen, Trinkpausen (...) sowie etwaiger Verzögerungen bei der Spielfortsetzung (zum Beispiel beim Torjubel)“, heißt es im offiziellen Regelwerk der Fifa.

Viele Tore nach der 90. Minute

Bei dieser WM scheinen die Schiedsrichter besonders genau auf ihre Uhren zu schauen. Während in der Bundesliga am Ende von Halbzeit zwei eher drei oder vier Minuten nachgespielt werden, gibt es in Russland gut und gerne fünf, sechs oder sogar sieben Minuten obendrauf. So kommt es, dass Kolumbiens Yerry Mina in der 93. Spielminute noch gegen England ausgleicht, Toni Kroos die deutsche Mannschaft in der 95. Minute noch zum Sieg gegen Schweden schießt oder Brasiliens Neymar gegen Costa Rica in der 97. Minute das späteste Tor der WM-Geschichte erzielt. Das späteste Tor in der regulären Spielzeit wohlgemerkt.

Reguläre Spielzeit und 97 Minuten – schon hier ist Herbergers Weisheit überholt. Und dann gibt es ja noch diese elende Verlängerung. Sie wurde 1898 in England eingeführt – bei der ersten WM 1930 kam es nie zu einer Verlängerung, erst bei der zweiten 1934 mussten Fans und Spieler diese über sich ergehen lassen. Zweimal 15 Minuten gibt es in K.o.-Spielen extra, wenn nach 90 (plus X) Minuten kein Sieger feststeht.

Verlängerung bringt selten Entscheidung

Aber mal ehrlich – wer will denn nach eineinhalb Stunden Fußball noch eine weitere halbe Stunde sehen? Oft gehen gerade die Spiele in die Verlängerung, bei denen Mannschaften bis dato sowieso nicht mit tollem Offensivfußball begeistert haben. Auch einen Sieger bringt die Extra-Zeit eher selten hervor.

Auch bei dieser WM ist das so. Vier Spiele gingen bisher in die Verlängerung, in drei davon ist nicht mal ein Tor gefallen. Einzige Ausnahme: das Viertelfinale Russland - Kroatien. Hier trafen beide Mannschaften – wieder kein Sieger.

Schneller zum Punkt kommen!

Wozu braucht es denn diese Verlängerung überhaupt? Um die Spieler weiter zu quälen oder um die Fans im Stadion oder an den TV-Bildschirmen länger leiden zu lassen? Mal ehrlich, steht es nach 90 Minuten unentschieden, versuchen sich die meisten Mannschaften ins Elfmeterschießen zu schleppen. Und auch die meisten Fans hoffen dann auf diesen hochspannenden Abschluss der Partie.

Wieso also nicht schneller zum Punkt kommen und gleich Elfmeterschießen? Die Fifa könnte sich mal ein Beispiel am Niedersächsischen Fußballverband nehmen, der im Pokalwettbewerb auf eine Verlängerung verzichtet. Dann käme man zumindest mal wieder näher ran an Sepp Herbergers legendäre 90 Minuten...

Gloria Balthazaar
Volontärin, 3. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

Weitere Nachrichten:

Nordwest-Zeitung | FIFA | Weltmeisterschaft

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.