Oldenburg - Auf eine Zuschauerzahl im fünfstelligen Bereich und eine dementsprechende Verlegung des Basketball-Spiels ins benachbarte Fußballstadion, wie ihn die Astrostars vom VfL Bochum in einem Aprilscherz am Dienstag auf ihrer Internetseite verkündeten, müssen sich die Spieler der Baskets Akademie/OTB nicht einstellen. Die Gastgeber werden die immerhin mehr als 1000 Besucher fassende Rundsporthalle mit ihren Fans anlässlich des zweiten Playoff-Viertelfinalspiels gegen die Oldenburger an diesem Sonnabend (18.30 Uhr) allerdings sicher auch so zum Hexenkessel machen.

Nach dem 84:71-Heimerfolg vor einer Woche können die „Akademiker“ nun mit einem weiteren Sieg bereits den Einzug ins Halbfinale perfekt machen. „Das erste Spiel haben wir an den Brettern gewonnen“, sagt Trainer Mladen Drijencic und fordert: „Beim Rebound müssen wir weiter so konzentriert und hart arbeiten. Entscheidend war, dass wir Bochums Innenspieler nie in die Partie haben kommen lassen.“

Mit 41:25 ging der Vergleich an den Brettern an die Oldenburger. Astrostars-Leistungsträger, Power Forward Ryon Howard, beendete die Partie mit zwei Punkten und fünf Rebounds. Doch Bochum erwies sich trotzdem als zäher Gegner und wurde von den Oldenburgern erst mit einer Klasse-Leistung im letzten Viertel (22:10) bezwungen.

„Offensiv konnten wir nicht immer überzeugen, haben es aber durch unsere starke Defensivleistung ausgleichen können“, meint Drijencic. Besonders auffällig war, dass sein Team die Intensität im finalen Abschnitt noch einmal erhöhen konnte, während die Bochumer zusehends müde wirkten.

Ein Grund war die längere Pause für die Oldenburger, die ihre Achtelfinalserie gegen den TV Langen 2:0 gewannen, während sich der VfL gegen Süd-Primus Hanau in drei Spielen durchsetzte. „Zudem haben wir über das ganze Jahr hart daran gearbeitet, unsere Fitness auf ein Top-Level zu bringen, und sind in der Lage, die komplette Spielzeit über ein hohes Tempo zu gehen“, sagt Drijencic, dessen Team auch an diesem Sonnabend wieder alles abrufen muss, um den Gegner zu schlagen.

Trotz der Ausfälle von Patrick Abraham und Felix Wenningkamp sehen die Bochumer dem Spiel positiv entgegen. Bis auf die letzten zehn Minuten überragten sie in der ersten Partie mit ihrer Treffsicherheit von jenseits der Dreipunktelinie (insgesamt 10/25 Treffer). In Jan Möhring, Julius Dücker und Cham Korbi stehen dem VfL gleich drei starke Werfer auf den Flügelpositionen zur Verfügung.

Die letzte Niederlage kassierten die Oldenburger am 8. Februar – das 81:85 setzte es ausgerechnet in Bochum. Seitdem sind die „Akademiker“ jedoch unbesiegt und bewiesen, dass mit ihnen sogar beim Kampf um die ProB-Meisterschaft zu rechnen ist – und das ist kein Aprilscherz.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz