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Transatlantik-Regatta So macht sich Segler Herrmann auf den langen Rückweg und warum er alleine segelt

Boris Herrmann (links) und Will Harris waren zusammen von Frankreich in die Karibik gesegelt. Nun bringt Herrmann das Boot allein zurück nach Europa.

Boris Herrmann (links) und Will Harris waren zusammen von Frankreich in die Karibik gesegelt. Nun bringt Herrmann das Boot allein zurück nach Europa.

Team Malizia

Oldenburg/Fort-De-France - 33 Yachten der Imoca-Klasse (die Boote sind rund 18 Meter lang) starten an diesem Donnerstag von der Karibikinsel Martinique in Richtung Lorient (Frankreich). Für fast alle der Seglerinnen und Segler ist es der Rückweg, denn die meisten von ihnen hatten an der Transat Jacques Vabre (TJV) teilgenommen. Diese Regatta hatte jüngst mit 40 Booten von Le Havre (Frankreich) in Richtung Westen über den Atlantik nach Martinique geführt. Das nun anstehende Rennen heißt „Retour à La Base“, was man auch mit „Zurück zur Basis“ übersetzen könnte. Gemeint ist in diesem Fall aber das Hafenviertel von Lorient, das „La Base“ heißt. Der Unterschied: Auf dem Rückweg in Richtung Osten wird solo gesegelt, die TJV war in Zweierteams bestritten worden.

Liest am 13. Dezember im Oldenburgischen Staatstheater: Boris Herrmann

LESUNG AM 13. DEZEMBER IM STAATSTHEATER Weltumsegler Herrmann liest in seiner Heimat Oldenburg

Hauke Richters
Oldenburg

3500 Seemeilen

Und so macht sich der gebürtige Oldenburger Boris Herrmann mit der „Malizia - Seaexplorer“ allein auf den 3500 Seemeilen (6480 Kilometer) langen Weg, auf der TJV war er vom Engländer Will Harris begleitet worden (Platz sieben). Herrmann und viele Rivalinnen und Rivalen nutzen die Regatta, um Seemeilen und Erfahrungen für die angestrebte Teilnahme an der Solo-Weltumseglungsregatta Vendée Globe zu sammeln, die am 10. November 2024 in Les Sables-d’Olonne (Frankreich) gestartet wird. Zugleich ist „Retour à La Base“ auch ein Qualifikationsrennen zur Vendée Globe. Und da viele Stars der Szene ihren Startplatz dort noch nicht sicher haben, gibt es auch zwei Segler, die ihr Boote abseits der TJV in die Karibik gebracht haben, um nun am Qualifikationsrennen teilzunehmen.

So läuft die Qualifikation zur Vendée Globe

44 Seglerinnen und Segler bewerben sich um die 40 Plätze bei der nächsten Vendée Globe, die am 10. November 2024 gestartet wird. Davon werden 39 Plätze in einer Qualifikation vergeben, außerdem verteilt der Veranstalter eine Wildcard. Die Bewerber müssen zwei Qualifikationsrennen bestreiten – eines in 2022 oder 2023 sowie eines in 2024. Zur Auswahl standen bzw. stehen dafür fünf Regatten. Zwei dieser Wettbewerbe haben bereits 2022 stattgefunden, die nun beginnende Regatta von Martinique nach Lorient ist die dritte auf der Liste. 2024 folgen die vierte und die fünfte (jeweils Transatlantikregatten zwischen den USA und Frankreich). Von den zwei zu bestreitenden Qualifikationsrennen müssen die Bewerber mindestens eines auch beenden. Dabei dürfen sie nicht mehr als das Eineinhalbfache der Zeit, die der Sieger benötigt, unterwegs sein. Wenn mehr als 39 Kandidaten die Kriterien erfüllen, wird nach gefahrenen Seemeilen sortiert. Meilen sammeln können die Seglerinnen und Segler auch bei anderen Regatten als den fünf genannten.

Und es wird noch ein bisschen komplizierter: 13 der 40 Startplätze werden innerhalb der Qualifikation an Segler vergeben, die neue Boote haben – darunter auch Boris Herrmann. Sie werden bevorzugt behandelt. Bei ihnen reicht die Teilnahme an zwei Qualifikationsrennen (eines in 2022 oder 2023 sowie eines in 2024), danach ist der Startplatz sicher.

„Ich hoffe, nach diesem Rennen zuversichtlich in den Winter gehen zu können“, sagte Herrmann am Dienstag auf Martinique: „Das sportliche Ergebnis ist nicht so ausschlaggebend. Ich wäre aber schon enttäuscht, wenn ich nicht unter die besten Zehn komme.“

Auf dem Atlantik: Segler Boris Herrmann

HOCHSEESEGLER AUS OLDENBURG Was Boris Herrmann auf die Ozeane treibt

Mathias Freese
Le Havre

Herrmann hat keinen allzu großen Druck in Sachen Qualifikation. Denn um an der Vendée Globe teilnehmen zu können, müssen die Bewerber in 2022 oder in 2023 mindestens ein Solorennen bestreiten, ein zweites Rennen muss in 2024 gesegelt werden. Da Herrmann 2022 bereits am Solorennen Route du Rhum teilgenommen hatte, ist die Vorgabe des ersten Rennens für ihn bereits erledigt. Einigen Rivalen fehlt aber noch die obligatorische Teilnahme aus 2022 oder 2023 – und hierfür ist „Retour à La Base“ die letzte Möglichkeit.

Acht bis zwölf Tage

Für den Weg nach Frankreich veranschlagt Herrmann „acht bis zwölf Tage“. Das Solo-Segeln ist für den Vendée-Globe-Teilnehmer von 2020/21 (Platz fünf) zwar nichts Neues, in diesem Jahr aber dennoch eine Premiere. Denn beim Ocean Race, das in der ersten Jahreshälfte in mehreren Etappen um die Erde geführt hatte, war der 42-Jährige Teil einer vierköpfigen Mannschaft gewesen. Und beim just beendeten TJV hatte er Harris mit an Bord.

Hauke Richters
Hauke Richters Sportredaktion (Leitung)
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