Es wurde gelacht, es wurde geweint, es wurde erinnert, es wurde geknuddelt: Das letzte Heimspiel der VfL-Handballerinnen in dieser Bundesliga-Saison wurde am Samstag durch die Abschiedszeremonie nach dem glänzenden 32:24 vor 1452 Zuschauern in der kleinen EWE-Arena gegen Borussia Dortmund zu einer hochemotionalen Angelegenheit. Ehe bei den Spielerinnen Tränen flossen, wurde Mannschaftsarzt Leopold Behler zusammen mit Ehefrau Jutta Behler nach 27 Jahren in den „Ruhestand“ verabschiedet. „Ich möchte diese Zeit auf keinen Fall missen. Als Zuschauer bleibe ich auf jeden Fall“, sagte der „Doc“.

Feuchtfröhlichtraurigwehmütig wurde es, als die fünf Spielerinnen im Mittelpunkt standen, die den VfL nach dem Schlussakt am kommenden Samstag bei der HSG Bensheim/Auerbach verlassen. Am Mikrofon in der Halle oder per Botschaft auf der Leinwand zollten langjährige Weggefährten dem Quintett Annamária Ferenczi (24), Isabelle Jongenelen (27), Cara Hartstock (25), Angie Geschke (33) und Kim Birke (31) großen Respekt. Trainer-Urgestein Leszek Krowicki (61), der die Oldenburgerinnen von 2005 bis 2017 betreut hatte und jetzt für die Frauen-Nationalmannschaft in seiner Heimat Polen verantwortlich ist, verabschiedete sich zum Beispiel mit Herz und Leidenschaft per Videobotschaft von „meinen Spielerinnen“. Auf die gleiche Art hielt Sabrina Neuendorf (34), die von 2006 bis 2013 beim VfL gespielt und 2015 noch einmal kurz ausgeholfen hatte, die Laudatio für Geschke.

Tränen wurden beiderseits mehr oder weniger erfolgreich verdrückt, als Wiebke Kethorn (33), die dem Bundesliga-Handball in Oldenburg im neuen Jahrtausend bis 2016 ihren Stempel aufgedrückt hatte, Birkes Verdienste im VfL-Trikot in den Fokus rückte. Die Verabschiedung der Kapitänin, die sich sichtlich gerührt bei allen bedankte, die sie in ihrer 14-jährigen Bundesliga-Karriere begleitet hatten, war sicher der emotionale Höhepunkt des Abends.

Jan zur Brügge über Trennungen, Tränen und Teamärzte