Rostock/Oldenburg - Immer, wenn man denkt, diese Mannschaft könnte einen nicht mehr überraschen, holt sie noch ein Ass aus dem Ärmel und sorgt für Verblüffung. So auch am Sonnabend wieder, als sich die Baskets Akademie/OTB im ersten Playoff-Halbfinale bei den favorisierten Rostock Seawolves mit 83:74 durchsetzte und nun bereits mit einem Fuß im Finale der drittklassigen Basketball-Liga ProB steht. Am kommenden Sonnabend (20 Uhr, Sporthalle Haarenufer) haben die Oldenburger die Gelegenheit, nach dem Titelgewinn im vergangenen Jahr mit einem weiteren Sieg erneut ins Endspiel einzuziehen.

Trainer Christian Held sah die Gründe für den klaren Erfolg in der guten Vorbereitung und Umsetzung: „Wir hatten uns vorgenommen, sehr aggressiv aufzutreten, und haben das auch geschafft.“ Held impfte seinem Team ein, das Tempo zu kontrollieren, da „Rostock sehr schnell spielt. Es war wichtig, dass wir die Fastbreaks unterbunden haben.“

Im ersten Viertel waren es ihrerseits die Oldenburger, die auf die Tube drückten und nach gegnerischen Fehlwürfen schnell zu Abschlüssen kamen. Der US-Amerikaner Preston Wynne (21 Punkte) hatte sein Handgelenk besonders gut geölt und traf in der Anfangsphase jeden Wurf. „Er hat alles getroffen, was er wollte“, lobte Held seinen Shooting Guard. Die 32:22-Führung nach zehn Minuten setzte eine erste Duftmarke im mit fast 1000 Zuschauern gefüllten Rostocker Tollhaus.

Defensiv hatte sich die Held-Fünf den Namen Yannick Anzuluni auf die Fahnen geschrieben. Dominic Lockhart (18) legte Rostocks besten Punktesammler an die Kette. Obwohl er auf 25 Zähler kam, „musste er für jeden seiner Punkte hart arbeiten“, sagte Held. Mit einer Wurfquote von nur 41 Prozent blieb Anzuluni klar unter seinem Saisondurchschnitt. So gelang Rostock zunächst keine Aufholjagd, zur Halbzeit (49:41) führten die Oldenburger relativ souverän.

Nach dem Seitenwechsel folgte eine weitere Drangperiode der Gäste. Mit selbstlosem Zusammenspiel überrumpelten die Oldenburger die Defensive der Seawolves und erhöhten den Vorsprung (69:53, 30. Minute). Auch als Rostock im Schlussabschnitt noch einmal drückte, blieben die „Akademiker“ gelassen und brachten den Sieg über die Zeit. Wie ein guter Kartenspieler hatte Held noch nicht alles gezeigt und setzte auf seine tiefe Bank, die der Stammformation Atempausen verschaffte.

„Das zeichnet uns aus. Wenn immer jemand anderes Verantwortung übernimmt, sind wir schwer auszurechnen“, lobte Held. Mit einer weiteren solchen Vorstellung winkt der erneute Sprung ins Finale. Das würde dann aber wohl keinen mehr wirklich überraschen.

Baskets Akademie/OTB: Wynne 21/4, Lockhart 18/2, Wimberg 13/3, Buntic 11/1, Hänig 7, Weß 6, Albrecht 5/1, Zaletskiy 2, Nkemazon, R. Drijencic, Schmikale.

Arne Erik Jürgens
Arne Erik Jürgens Thementeam Polizei/Justiz