Stargard/Oldenburg - Was haben die BG Göttingen und Spójnia Stargard gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Außer, dass beide Basketball-Clubs in der 1. Liga spielen – in der deutschen beziehungsweise polnischen. Doch wenn es nach Trainer Sebastian Machowski geht, gibt’s zwischen beiden Vereinen doch ein paar mehr Parallelen als gedacht.
Die Parallele
„Vom Standing in der Liga her“ seien die Clubs nämlich sehr gut vergleichbar, erklärt der ehemalige Coach der EWE Baskets Oldenburg (2012 bis 2015) und der Eisbären Bremerhaven (2016 bis 2017) im Gespräch mit unserer Redaktion. Seit 2022 betreut der 51-Jährige den polnischen Erstligisten und hat auch in den kommenden Jahren viel vor mit dem Club aus der Nähe von Stettin an der deutschen Grenze. Göttingen wie auch Stargard (rund 68 000 Einwohner) seien vergleichsweise kleine Standorte mit geringerem finanziellen Spielraum. Aus den damit verbundenen kleineren Möglichkeiten holen die Vereine aber das Bestmögliche heraus. „Da sind die Ergebnisse vielleicht besser als erwartet“, sagt Machowski. So schloss die BG die Hauptrunde in der abgelaufenen Spielzeit auf Platz sechs ab, Machowski führte Spójnia auf Rang fünf. Für beide Teams war jedoch bereits nach der ersten Playoff-Runde Schluss – Göttingen unterlag Bayern München (0:3, drei Siege in der Serie nötig), Stargard verlor gegen Legia Warschau (0:3).
Die Saison
Doch trotz des frühen Aus in der Meisterschaftsrunde war es „die erfolgreichste Saison in der jüngeren Vereinsgeschichte“, sagt Machowski, der zwischen Stargard und seiner Familie in Oldenburg so oft wie möglich hin und her pendelt. Neben dem Erreichen des fünften Platzes schaffte Stargard den Einzug ins Pokal-Halbfinale (86:109 gegen Lublin) – und das trotz der geringen finanziellen Möglichkeiten. „Wir wollten in die Playoffs“, erzählt der Ex-Bundesliga-Coach: „Von den 16 Mannschaften hatten wir das elfte oder zwölfte Budget. Wir waren jetzt nicht Krösus der Liga – das war sicherlich Legia Warschau.“ Dazu kamen noch einige Verletzungen im Laufe der Saison. „Wir waren nicht im Vollbesitz unserer Kräfte, was dazu geführt hat, dass wir nicht unseren besten Basketball gespielt haben, als es am wichtigsten war – nämlich in den Playoffs. Dennoch war es eine erfolgreiche Saison“, sagt Machowski über seine erste Spielzeit als Trainer in Stargard. Und sein Weg ist noch längst nicht vorbei. Bereits während der Saison hatte er seinen Vertrag vorzeitig um ein Jahr bis zum Saisonende 2024/25 verlängert.
Die Zukunft
Mit Stargard wird der gebürtige Berliner in der kommenden Saison auch auf europäischer Bühne unterwegs sein. Das Team tritt im Fiba Europe Cup an. „Das ist der nächste Schritt in der Entwicklung des Clubs. Das wiederum macht das Verpflichten von Spielern einfacher. Wir sind dadurch attraktiver“, erklärt der 51-Jährige.
Mit PGE hat der Club zudem ein Energieunternehmen im Rücken – ähnlich wie die Baskets mit der EWE –, das die Zusammenarbeit in den kommenden drei Jahren fortsetzten wird. Durch diese finanzielle Sicherheit etabliert Stargard nun in der dritthöchsten Spielklasse ein Farmteam aus Stettin. „So können wir Spieler ausbilden und hochbringen“, sagt Machowski, dem dies in der vergangenen Spielzeit gefehlt hatte: „Es gab keine U-18- und U-20-Spieler, die auf diesem Niveau trainieren und mitspielen konnten. Dafür ist diese neue Mannschaft eine gute Plattform, um diese Lücke zu schließen.“ Noch vergleicht Machowski Stargard mit Göttingen. Doch wenn der Weg weitergeht, könnte Spójnia das polnische Pendant seines Oldenburger Ex-Clubs werden – und ähnlich erfolgreich.
