Oldenburg/Bonn - Dass Basketball-Clubs in eine neue Saison meist mit einem stark veränderten Kader gehen, ist nichts Ungewöhnliches. Doch so eine Rundumerneuerung, wie es Bundesligist Baskets Bonn in diesem Sommer erlebt hatte, kommt auch nicht alle Tage vor.
Pariser Reisewelle
Alle Spieler sowie fast das komplette Trainerteam – nur Co-Trainer Marko Stankovic ist geblieben – haben den deutschen Vizemeister und amtierenden Champions-League-Sieger aus dem Rheinland verlassen. In Deane Williams wechselte ein ehemaliger Bonner im Sommer zu den EWE Baskets Oldenburg. Ein Wiedersehen mit seinem Ex-Club wird’s an diesem Sonntag (17 Uhr, große Arena) jedoch nur von der Seitenlinie aus geben. Der Engländer gehört dem fünfköpfigen Oldenburger Lazarett an, in dem sich auch Kapitän Max DiLeo, Charles Manning Jr., Alen Pjanic und Brekkott Chapman wiederfinden.
Der Ex-Oldenburger Sebastian Herrera (2020 bis 2022), der Ex-Vechtaer und ehemalige Bremerhavener Michael Kessens sowie Leon Kratzer, Tyson Ward, Collin Malcolm und TJ Shorts wechselten hingegen allesamt zu Paris Basketball. Auslöser der Reisewelle war der Wechsel von Bonns Trainer Tuomas Iisalo nach Frankreich. Und da sich dieser Spieler-Block in der vergangenen Saison mehr als bewährt hatte, wollte der Finne auf diese sechs Profis auch in Paris nicht verzichten.
Auf der Bonner Trainerbank sitzt seit dieser Spielzeit nun Roel Moors. Der Belgier lotste in Harald Frey und Till Pape immerhin zwei Akteure von der BG Göttingen nach Nordrhein-Westfalen – Moors trainierte die Südniedersachsen von 2020 bis Sommer 2023.
Kampf um Play-Ins
Nachdem die Bonner in der vergangenen Saison die Bundesliga-Hauptrunde als Tabellenerster mit einer Bilanz von 32:2 Siegen sensationell abschlossen und sich letztlich im Playoff-Finale nur RP Ulm geschlagen geben mussten (1:3), sind die Rheinländer in dieser Spielzeit mit Platz neun (9:6 Siege) weit von diesen Gefilden entfernt. Allerdings steht der Vizemeister, der auch in der Champions League souverän in die zweite Gruppenphase eingezogen ist (Oldenburg ist bereits ausgeschieden), aktuell auf einem der vier Qualifikations-Plätze für die Meisterschaftsrunde. Die Ränge sieben bis zehn spielen in sogenannten Play-Ins um zwei Playoff-Plätze. Die ersten sechs Teams der Abschlusstabelle sind direkt qualifiziert.
Auf die Play-In-Plätze wollen die Oldenburger (Platz 11) nach einem schwierigen Saisonverlauf mit viel Verletzungspech auch gerne erstmal kommen. In der vergangenen Saison gab’s zwei klare Pleiten (76:87 und 79:108). Diese Saison stehen die Chancen trotz der fünf Verletzten besser.
