Ganderkesee - Ganderkesees Seniorenbeirat zog am Sonnabend sämtliche Register. Wer da bei der Orientierungsfahrt „Senioren on Tour“ eine Art Kaffeefahrt mit einfachen Aufgaben erwartet hatte, lag völlig falsch. Knifflige Herausforderungen waren eingebaut, eine Abstandsmessung, als „kleine Überraschung“ sogar eine Geschwindigkeitskontrolle – und ein hoher Spaßfaktor.
Zwölf Team machten sich um 11 Uhr auf die etwa 50 Kilometer lange Strecke durch die Gemeinde. Die Route war genau eingezeichnet – auf einer Karte ohne Straßen- und Ortsnamen. „So eine Karte gibt es eigentlich gar nicht, die haben wir selbst zusammengestrickt“, erläuterte Mitorganisatorin Erika Lisson.
Dazu drückten die Veranstalter den Teams eine Karte mit Bildern in die Hand, wobei die einzelnen Motive während der Fahrt zu suchen und in der richtigen Reihenfolge zu notieren waren. „Du musst unwahrscheinlich aufmerksam sein“, fand Heike Oetken, die zusammen mit Jutta und Jürgen Buchhop auf Punktejagd gegangen war. Trotz aller Aufmerksamkeit: Ein Bildmotiv wurde von keinem Teilnehmer erkannt – die Außentreppe des Kindergartens Rethorn.
Was die Tempomessung angeht, hatten die Veranstalter improvisieren müssen. Weil das Messgerät der Gemeinde nicht zur Verfügung stand, griffen sie auf Stoppuhren zurück. Die wurden da eingesetzt, wo wohl kaum jemand damit rechnen würde: in einem Tempo-10-Bereich nördlich der A 28 bei Brüning.
„Wir wollen einfach sensibilisieren“, beschrieb Erika Lisson eines der Ziele der Orientierungsfahrt. Das gelte zum Beispiel für die eigene Geschwindigkeit, das gelte aber auch für die Rechts-vor-Links-Regelung: „Die meisten älteren Menschen verunglücken, weil sie die Vorfahrtsregeln nicht beachten.“
Ein anderes Ziel war das Informieren über Seniorenzentren in der Gemeinde. So steuerten die Teilnehmer das Haus am Walde in Immer oder auch das Waldschlösschen in Stenum an, wo in jüngster Zeit größere Bauarbeiten stattgefunden hatten. In Stenum wurde auch zu Tisch gebeten. „Das Essen war nicht gut, es war ausgezeichnet“, kommentierte Heinz Pranke.
Beim Seniorenzentrum An der Ellerbäke in Bookholzberg konnten die Kalorien gleich wieder abgearbeitet werden. Hier ermunterten Ingeborg Krüger-Rößler und Claudia Stolz vom TSV Ganderkesee zum Nordic Walking oder zum Spaziergang mit Hanteln. Wer mitmachte, konnte das Punktekonto seines Teams aufbessern.
Am späten Nachmittag feierten die Teilnehmer dann bei Kaffee und Kuchen in der Orthopädieklinik Stenum ihre Sieger. Erika Lisson kündigte an, dass die nächste Tour (voraussichtlich in zwei Jahren) an einem Werktag stattfinden solle. Dadurch erwarte man eine höhere Beteiligung.
