Oldenburg - Nachdem das traditionsreiche „Head of the River Race“ in London im vergangenen Jahr ausfallen musste, da starker Sturm das Rudern auf der Themse zu gefährlich machte, war die Motivation für den damals vergeblich nach London gereisten Männerachter des Oldenburger Rudervereins in diesem Jahr noch größer.

„Wir visieren einen Platz unter den besten 30 an“, erklärt Sebastian Berlin und zeigt sich optimistisch, diese Zielsetzung mit seinen Kollegen an diesem Sonnabend, 29. März, in der englischen Metropole erfüllen zu können. Vor zwei Jahren konnte sich das ORVO-Flaggschiff auf Platz 32 der 400 Vereinsachter einordnen. Diesmal geht es von Startplatz 31 auf die 6,8 Kilometer lange Strecke zwischen Mortlake und Putney.

Das erste Boot startet mit dem Tidenwechsel, wenn die Strömung am stärksten ist. „Auf der Themse gibt es einen starken Tidenhub – daran müssen wir uns gewöhnen“, sagt Berlin, der das ORVO-Boot am Dienstag mit nach Hannover gebracht hat. Mit den Achtern der dortigen Vereine wird es aus der Landeshauptstadt nach London transportiert und ist am Freitagmorgen vor Ort, wenn die Oldenburger mit dem Flugzeug einfliegen.

„Auch 2014 schicken wir wieder eine schlagkräftige Crew nach London“, ist sich ORVO-Vorsitzender Ulrich Pohland sicher. Sechs Athleten des 2012er-Teams sind noch an Bord. Dazu gehören die Medaillengewinner der Deutschen Sprintmeisterschaften 2013: Immo Ihnen, Maiko Remmers, Jerrit Röckendorf und Berlin. Zudem sind Konrad Thibaut und Dirk Flessner (Starter bei der Junioren-WM 2011) an Bord.

Carl Reinke, Teilnehmer an der vergangenen U-23-WM, wechselte studienbedingt nach Hannover. Auch ein zweiter Ruderer musste studienbedingt passen. Dafür sitzen Ihnens langjähriger Zweier-Partner Jann-Edzard Junkmann (Sieger im Vierer auf der Universiade 2013) und Torsten Halbmeyer mit im Boot.

Aufgrund des milden Winters konnte das Team, das in diesem Jahr vom DRV-U-23-Steuermann Christoph Düring über die Strecke gelotst wird, zahlreiche Trainingskilometer in Achter und in Vierern abspulen, so dass ein solider gemeinsamer Rhythmus gefunden wurde.

„In London ist es wichtig, dass man sich mit der Strömung auskennt – dafür haben wir genau den richtigen Steuermann“, meint Berlin. Am vergangenen Wochenende hat sich das Team noch einmal in vier Trainingseinheiten auf dem Küstenkanal intensiv vorbereitet. Der Fokus wurde auf die Rennfrequenzen gelegt. „Das lief wie gewünscht“, erklärt Berlin.

Der letzte Feinschliff erfolgt am Freitag direkt auf der Strecke, die tags drauf im 10-Sekunden-Rhythmus von den diesmal 390 Achtern in Angriff genommen wird. Die ORVO-Athleten starten übrigens mit gebrauchten Ruderblättern, mit denen das Team der USA im vergangenen Jahr bei der U-23-Weltmeisterschaft startete. Dass die Amerikaner mit einer starken Aufholjagd Silber holten, sollte ein gutes Omen für das Kräftemessen in London sein.