Ihrhove - Mit Tammo Oldigs vom SV Concordia Ihrhove ist ein neuer Stern am ostfriesischen Leichtathletikhimmel aufgegangen: Plötzlich liegt Ossiloop-Seriensieger Andreas Kuhlen vom Braunschweiger Laufclub schon zum Auftakt der 43. Ausgabe vom Meer nach Leer nicht mehr an erster Stelle, sondern er kam bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden in der dritten Etappe immer nur hinter dem 23-jährigen Westoverledinger ins Ziel. Oldigs zeigte auf der letzten 11,9 Kilometer langen vierten Etappe am Freitag von Holtrop nach Bagband noch einmal seine individuelle Stärke. Er lief der Konkurrenz auf den letzten beiden Kilometern einfach davon.
Starke Halbmarathonzeit
Eigentlich spielt Oldigs sehr gerne Fußball mit seinen Freunden vom Ostfrieslandligisten SV Concordia Ihrhove, doch nach vielen Straßenläufen über zunächst bis zu fünf Kilometern hat er in diesem Jahr schon einmal am Halbmarathon in Hannover über 21,1 Kilometer teilgenommen und mit 1:15 Stunden eine hervorragende Zeit erreicht.
Sein läuferisches Talent ist aber schon viel früher deutlich geworden. Als Zwölfjähriger lief er im Sommer 2013 auf der Bahn in Warsingsfehn die 2000 Meter in 7:43,2 Minuten. Eineinhalb Jahre später trumpfte er bei den Ostfriesischen Meisterschaften der Leichtathletik in der BBS II-Sporthalle in Emden auf und holte sich den Ostfrieslandmeistertitel über 800 Meter in 2:50,22 Minuten.
Und auch der Ossiloop in diesem Jahr ist für ihn keine Premiere. Bereits vor einem Jahr wurde Oldigs Vierter der Gesamtwertung in 3:46:26 Stunden, nur gut vier Minuten hinter dem Sieger Andreas Kuhlen (3:42:00). Seinen Sieg beim Emder Silvesterlauf am 31. Dezember 2023 über fünf Kilometer kommentierte er so: „Das war ein schöner Abschluss des Jahres.“
Gewonnen hat Oldigs bei brütender Hitze und schwüler Luft den Hauptlauf über fünf Kilometer beim Citylauf in Leer im September letzten Jahres. Dort drückte er von Beginn an auf das Tempo und musste dann in der zweiten Runde viele langsamere Läuferinnen und Läufer überholen. „Das war ein Slalom durch die Leeraner Fußgängerzone ins Ziel!“, meinte er nach seinem Erfolg. Er hatte sich erst kurzfristig für eine Teilnahme entschieden, am Freitag zuvor spielte er noch Fußball in der ersten Mannschaft seines Vereins gegen den TuS Leerhafe-Hovel und erzielte dabei ein Tor.
Die Entscheidung für die eine oder andere Sportart fällt ihm schwer: „Mir jucken auch immer die Füße, wenn ich meine Kollegen Fußball spielen sehe, weil das mir auch deutlich mehr Spaß macht.“ Aber tatsächlich ist es so, dass er nach eigenen Worten das Laufen besser kann. „Deshalb versuche ich, zunächst beim Laufen dranzubleiben, um vielleicht noch gleichzeitig ein bisschen Fußball zu spielen. Auf Dauer wird das schwierig.“ Hinzu kommen nach etliche Kilometer aus beruflichen und privaten Gründen, er arbeitet in Oldenburg und richtet sich zurzeit zusammen mit seiner Freundin eine Wohnung in Leer ein.
