OSTERNBURG - Jessica Eilers-Dallmann ist eine der wenigen Westernreiterinnen in der Umgebung. Mit ihrer Stute Chip hat sie schon viele Preise gewonnen.
von Esther Rothstegge
OSTERNBURG - Aus vollem Galopp bleibt Chip stehen und geht langsam rückwärts. Chip, mit richtigem Namen „Docs J. Pretty Brand“, ist ein reinrassiges Paint-Horse-Pferd und gehört der 17-jährigen Jessica Eilers-Dallmann.Die Osternburgerin reitet schon seitdem sie fünf ist. Angefangen hat sie allerdings mit englischem Reiten. Darunter versteht man die klassische Reitweise mit Dressur-, Spring- und Geländereiten.
Vor drei Jahren hat Jessica bei einem Schnupperkurs fürs Westernreiten mitgemacht und sofort gemerkt: „Das ist es“. Auch ihre Mutter, Michaela Eilers, war begeistert: „Westernreiten hat den Ursprung zwar bei den amerikanischen Cowboys, hat heute aber nichts mehr mit Rinder fangen zu tun. Es geht eher um das Vertrauen zwischen Reiter und Pferd.“ So war die Anschaffung eines typischen Westernreit-Pferdes keine Frage.
In der Tuniersaison von April bis Oktober trainiert Jessica beinahe täglich. Sie startet in zwei Klassen, in der EWU (Erste Western Union) und der PHCG (Paint Horse Club Germany) und hat schon viele Preise gewonnen. Die Turniere finden in ganz Norddeutschland statt. „Hier im Raum Oldenburg gibt es leider keine wirkliche Westernreit-Szene“, sagt ihre Mutter. „In Bremen und Schleswig-Holstein ist da mehr los.“ Deshalb reist die ganze Familie im Wohnmobil zu den Turnieren im norddeutschen Raum. „Die Atmosphäre ist da ganz besonders herzlich und warm. Man fühlt sich wie in einer großen Familie“, so Michaela Eilers.
Auch ihren Freund hat Jessica beim Westernreiten kennen gelernt. Gerad Gaus (21) ist seit drei Jahren ihr Trainer.
Neben dem Reiten bleibt nur wenig Zeit für andere Dinge. „Manchmal treffe ich mich aber auch mit Freunden in der Stadt“, sagt Jessica. Im Moment lernt sie für ihren Realschulabschluss. Im Sommer würde sie gerne eine kaufmännische Ausbildung beginnen. Bis dahin will sie aber noch viel Zeit mit dem Westernreiten verbringen: „Mein Traum ist, einmal bei den Deutschen Meisterschaften zu starten“, sagt Jessica.
Ostern geht es zum nächsten Turnier: nach Damme.
Verschiedene Disziplinen des Westernreitens
Westernreiten
ist eine Arbeitsreitweise
und hat ihren Ursprung bei den Cowboys in Amerika. Beim Treiben der Rinder mussten sie sich ganz auf ihr Pferd verlassen können. Die Pferde werden einhändig und nur durch leichten Schenkeldruck geführt.Es gibt es verschiedene Disziplinen.
Reining
ist die Westerndressur. Sie wird im Galopp geritten, gemischt mit Drehungen, Stopps und Rückwärtsrichten.Trail
bezeichnet Geschicklichkeitsaufgaben. Es werden alle möglichen Situationen simuliert, die dem Reiter im Gelände begegnen können.Pleasure
ist eine Art Materialprüfung, bei der Gangarten am langen Zügel gezeigt werden.Showmanship at Halter
heißt die Disziplin, in der der Reiter sein Pferd am Halfter vorstellt. Neben der korrekten Aufstellung werden das Pferd, Ausrüstung und Kleidung bewertet.„
In dieser NWZ -Serie stellen wir Menschen aus den Stadtteilen und ihre besonderen Hobbys vor.
