OSTERNBURG - Wo einst an der Holler Landstraße in Osternburg reges Treiben herrschte, ist momentan im Eingangsbereich nur Wildwuchs zu finden. Gemeint ist der ehemalige Viktoria-Sportplatz, der sich heute im Besitz eines Entsorgungsbetriebs befindet. Das war einmal ganz anders.
Auf dem traditionsreichen Sportplatz fanden nicht nur seit 1915 unzählige Fußballspiele statt. Von 1952 bis 1963 organisierte der Motor-Sport-Club Oldenburg (MSCO), der in diesen Tagen 60 Jahre alt wird, hier auch zahlreiche spektakuläre Aschenbahnrennen. Heute stehen auf der legendären Bahn nur noch einige Container herum.
Nach der Gründung im Oktober 1951 konnte der damalige MSCO-Vorsitzende Rolf Kraemer bereits im Januar 1952 den Vereinsmitgliedern von einer Einigung mit dem Spiel- und Sportverein Viktoria über eine Nutzung der Aschenbahn der Viktoria-Kampfbahn berichten. Dank des Engagement zahlreicher Mitglieder fand bereits am 27. Juli 1952 das erste Rennen auf der Bahn statt.
Von Jahr zu Jahr wurden Verbesserungen an der gesamten Platzanlage vorgenommen. Abgesehen von den ständigen Ausbesserungsarbeiten an der Aschenbahn, dem Zaun und sonstigen Einrichtungen, wurden vom MSCO aus eigenen Mitteln zum Beispiel eine 400 Meter lange Holzplanke, Eisenverstärkungen der Bahnumrandung in den Kurven, ein zweistöckiger Zielturm und feste Sitzbänke für rund 300 Personen gebaut.
Die erheblichen Investitionskosten und die Tatsache, dass die Bahn alljährlich angemietet werden musste, führte dazu, dass sich die MSCO-Verantwortlichen bereits 1953 Gedanken machten, eine bessere Bahn und größere Anlage in Oldenburg zu bekommen. Zumal auf der Viktoria-Kampfbahn die vielen tausend Zuschauer nicht unterzubringen waren. Nur 9000 Motorsportfans fanden hier Platz. Doch aus der Idee eines großen, vielseitig nutzbaren Stadions hinter der Weser-Ems-Halle wurde nichts.
Insgesamt 15 Bahnrennen wurden bis 1963 auf der Viktoria-Kampfbahn ausgetragen. Unvergesslich für die älteren Oldenburger Motorsportfreunde sind dabei die Auftritte des legendären Lokalmatadoren Hans Jäger. Er wurde in seiner etwa zehnjährigen Bahnsport-Laufbahn gleich 66 Mal mit dem Siegerkranz geehrt.
