OSTERNBURG - Die Füße unten in die Lederriemen verkeilt, die Hände hoch oben in die Griffe gekrallt – und los drehen sich die mannshohen Rhönräder. Jeden Mittwochnachmittag werden 30 Grundschüler der Paul-Maar-Schule sozusagen gerädert: Sie nehmen teil an der Rhönrad-AG. Es ist die einzige derartige Arbeitsgemeinschaft an einer niedersächsischen Schule, vermutet die Kursleiterin.

Die Lehrerin Ute Reitmeyer leitet diese Kooperation mit dem Sportverein Schwarz-Weiß Oldenburg. Sie drehte in den 90er Jahren selbst ihre Runden im Rhönrad. Bei den Europameisterschaften erreichte sie damals sogar Treppchenplätze. Unterstützt wird sie von Verena Botte. Die Wettkampfturnerin aus Arnsberg war für ihr Studium nach Oldenburg gezogen. Außerdem hilft Hanna Tiessen, eine ehemalige Schülerin der Paul-Maar-Schule.

Um Leistungssport geht es den Acht- bis Zehnjährigen jedoch nicht. Die meisten von ihnen üben sich erst seit diesem Schulhalbjahr im Rhönradturnen. Sie wollen demnächst das Rhönradturnabzeichen in Bronze, Silber oder sogar Gold ablegen. In allererster Linie lernen sie das Geradeturnen. Dabei steht das Rad aufrecht, und die Schüler können Übungen aus dem Reck- oder Barrenturnen vorführen. Einige Nachwuchsturner lernen jedoch schon, über das Rad zu springen. Andere wiederum wagen das Spiraleturnen. Dabei bewegt sich das Rad auf einem der Reifen, es tellert wie bei einer Münze, die auf eine Tischplatte fällt.

„Unsere Schüler haben viel turnerisches Talent“, lobt Lehrerin Ute Reitmeyer. „Sie üben fleißig, lernen schnell und machen jede Trainingsstunde tolle Fortschritte.“ Am Ende des Schuljahres wird die Gruppe ihr Können mit einem Schauturnen Eltern, Freunden und Mitschülern zeigen. Mehr als zehn Räder werden dann im Takt der Musik durch die Halle rollen.

Und es steht noch ein zweites Ziel auf dem Trainingsplan der Rhönrad-AG: Am 24. September findet der Talentsichtungswettbewerb des niedersächsischen Turnerbundes statt. Dort werden sich die Nachwuchsturner mit rund hundert Konkurrenten aus ganz Niedersachsen messen.