Ostfriesland - Ostfriesland ist um ein Fußball-Highlight ärmer: Das Spiel gegen einen Profi-Club, das der Sieger des Ostfriesland-Cups gewinnt, wird abgeschafft. Hintergrund ist ein Termin-Findungs-Hickhack mit dem FC St. Pauli, der eigentlich in diesem Sommer den sogenannten Supercup gegen und bei Grün-Weiß Firrel spielen sollte. Die Verträge dazu sind zwar lange unterschrieben. Da sich bei St. Pauli in der Zwischenzeit einiges geändert und verschoben hat, wird die Begegnung aber in diesem Jahr wohl nicht mehr stattfinden können. Das ganze Kuddelmuddel veranlasste die Organisatoren des Ostfriesland-Cups, Manfred Bloem und Ewald Adden, dazu, den Supercup als Siegprämie wieder abzuschaffen. „Das ist zu riskant, zu gesundheitsschädlich. Wenn du persönlich verkündest, dass so etwas stattfindet und das klappt dann nicht wie geplant, ist das schon belastend“, sagte Bloem. „Außerdem machen wir uns nach außen unglaubwürdig.“

Aus diesem Grund haben er und Adden einen unterschriftsreifen Vertrag mit dem VfL Osnabrück für kommendes Jahr nicht unterschrieben. Die Begegnung mit dem VfL war als Prämie für den diesjährigen Ostfriesland-Cup-Sieger gedacht. Doch auch hier befürchtetet das OC-Duo offenbar ein Termin-Kuddelmuddel. „Der Supercup spielt viel Geld ein, kostet uns aber auch viel Geld“, beschreibt Bloem das Problem. Die prominenten Gastspiele schlagen mit fünfstelligen Beträgen zu Buche, über den Verkauf von Eintrittkarten sowie von Bratwurst, Bier und Co. kommen austragende Vereine und die Turnierorganisatoren aber dennoch auf ihre Kosten.

Das einzige bisherige Supercupspiel durfte Kickers Emden gegen den Drittligisten Rot-Weiß Essen austragen. In diesem Sommer wäre der letztjährige Landesligist Firrel dran gewesen. Als Gegner hatten die OC-Macher den FC-St- Pauli an Land gezogen. Nur hat sich beim Zweitligisten in der Zwischenzeit vieles verändert. Im Winter musste der aus Ostfriesland stammende Trainer Timo Schultz gehen. Dann avancierte der abstiegsbedrohte Hamburger Kultverein nach einer fulminanten Siegesserie zum Fast-Noch-Aufstiegskandidaten. Auch durch diese Schicksals-Wendung war dann offenbar kein Termin im Sommer mehr zu finden. Blieben die drei Länderspielpausen in der Hinserie. Doch auch davon waren beim FC laut Bloem bereits zwei belegt. „Im November könnten sie. Aber in Firrel im November gegen St. Pauli spielen, bei wahrscheinlich widrigen Verhältnissen?“ Das ist Bloem zu unsicher. „Wir haben St. Pauli nun angeschrieben und gefragt, ob sie sich vorstellen könnten, das Spiel auf nächstes Jahr zu legen.“ Die Antwort von Teammanager Jonas Wömmel will man nun abwarten.

Und wenn es nicht klappt? Dann muss sich das Ostfriesland-Cup-Team auf andere Weise mit GW Firrel einigen. Klar ist: In Zukunft gibt es statt des Supercup-Spiels einen 5000-Euro-Gutschein zu gewinnen, mit dem sich Vereine beim Sportartikel-Hersteller Derbystar eindecken können.

Lars Möller
Lars Möller Emder Zeitung