Ostfriesland - In der Bezirksliga I hat der FC Norden beim VfL Germania Leer eine bittere Niederlage kassiert. Bitter deshalb, weil bis in die letzte Spielminute hinein die Partie 0:0 stand, als Schiedsrichter Tolga Atli die Partie Abpfiff, hatten die Platzherren mit 2:0 gewonnen. Aufsteiger SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel hat im achten Spiel der Saison den ersten Sieg gefeiert. In Aurich hingegen wartet man weiter auf den ersten Punkt. Gleich drei Partien fielen der Witterung zum Opfer, sie sollen am 9. November nachgeholt werden.
SF Larrelt - SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel 1:2
Es sollte eigentlich die Reaktion auf die derbe 0:6-Schlappe am letzten Wochenende in Esens sein. Stattdessen gab es eine überraschende 1:2-Niederlage gegen die bis-lang sieglose SG Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel. SF-Trainer Marten Sandmann brachte es nach dem Spiel auf den Punkt. „Wir haben einfach unsere Chancen nicht genutzt. So ein Spiel dürfen wir nie verlieren“.
Die Larrelter schossen aus allen Rohren. Ob hohe Hereingaben oder flache Schüsse Richtung Strafraum, die Fehntjer haben fast alles abgeblockt. Sie standen dabei na-türlich auch verstärkt in der Abwehr und ließen die Sportfreunde kommen. In der ersten Halbzeit war es mit Windunterstüzung quasi ein Spiel auf ein Tor. doch schon da bemerkte man, dass sich die Platzherren schwer taten. SG-Coach Uwe Welzel freute sich nach der Partie über den ersten Dreier. „Wir haben ein bisschen Glück gehabt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ein besseres Spiel gemacht und uns dafür belohnt“.
Gleich in den ersten Minuten nahm Larrelt das Heft in die Hand. Es ging nur in ei-ne Richtung, und zwar auf das Tor der SG. Nils Boekholder versuchte es immer wieder, hatte aber heute kein Schussglück. Die größte Möglichkeit vergab er in der siebten Minute als er zweimal am Torhüter scheiterte. Zuerst mit dem Kopf, danach im Nachschuss. Folkmar Hamann hätte das 1:0 machen müssen. Völlig frei schoss er genau auf den SG-Schlussmann (20.). Die Gäste hatten kaum Entlastungsangriffe. Bei der einzigen Chance scheiterte Kevin Karstan an SF-Torhüter Marc Weddermann (32.). Nur eine Minute später schien dann der Knoten endlich geplatzt zu sein. Nach einer Ecke der Gäste ein schneller Angriff der Larrelter, den Tobias Damm mit einem satten Flachschuss zum längst fälligen 1:0 abschloss.
Nach der Pause wurde es dann plötzlich hitzig. Es gab ein heftiges Gerangel vor dem Tor der Gäste. Mittendrin Folkmar Hamann. Es dauerte einige Minuten bis sich die Situation wieder beruhigt hatte. Nach mehreren Rücksprachen zwischen Schiedsrichter und den beiden Assistenten blieb es bei gelben Karten. Hamann wurde kurz darauf vom SF-Coach vorsorglich ausgewechselt. Die Sportfreunde taten sich weiter schwer. Sie bissen sich am Abwehrblock regel-recht die Zähne aus. Vielleicht machte sich das berufsbedingte Fehlen von Torjäger Andre Krzatala doch bemerkbar. Und die Fehntjer wurden plötzlich mutiger und versuchten über Konter zum Erfolg zu kommen. Nach einem langen Ball auf Kars-tan rannte er alleine auf Weddermann zu, der ihn im Strafraum von den Beinen hol-te. Den fälligen Elfmeter schoss Karstan selbst. Doch er scheiterte zunächst vom Punkt an Weddermann. Den Nachschuss knallte er aber zum 1:1 in die Maschen (75.). Der Gastgeber drängte weiter, wollte den Sieg. Stattdessen wieder ein Konter der SG. Der Ball wurde auf Tjado Kruse gespielt, Tammo Dembeck sah unglücklich aus als er über das Leder schlug. Der Ball kam zu Mergim Krasniqi, der überlegt zum 1:2 einschob (85.). In der Schlussphase mit einer sechsminütigen Nachspielzeit versuchte Larrelt noch einmal alles, doch es sollte an diesem Tag einfach nicht gelingen. Nils Boekholder sah nach wiederholtem Foulspiel stattdessen noch die gelb-rote Karte.
Germania Leer - FC Norden 2:0
Die Germanen waren von Anpfiff an die spielbestimmende Mannschaft und konnten sich einige Torchancen erarbeiten. „Wir sind nicht so richtig ins Spiel kommen“, gab Nordens Trainer Thomas Jakobs nach dem Spiel zu. „Germania hat viel Druck gemacht und hat uns früh gepresst. Damit sind wir nicht gut zurecht gekommen“, erkannte er. Er lobte aber die Defensivleistung seiner Mannschaft: „Wir haben das sehr gut verteidigt.“ Beinahe wäre sein Team in der 25. Minute in Führung gegangen, aber Carsten Marek schoss freistehend Germanias Torhüter Bünting an.
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts wechselte Jakobs Özkan Akbas ein. „Özkan brachte mehr Struktur in unser Spiel, er hat die Bälle besser gehalten“, erklärte Jacobs. Norden erarbeitete sich einige gute Chancen, darunter einen starken Kopfball von Ali Diab, der das Tor nur knapp verfehlte. Der der 65. Minute eingewechselte Daniel Horn machte auf der linken Seite viel Betrieb. „Leider war der finale Pass nicht gut genug“, bedauerte Nordens Trainer, der in der 89. Minute mit ansehen musste, wie die Abseitsfalle seines Teams nicht zu schnappte. David Goguadze traf zum 1:0. Nach dem Gegentreffer machte Norden auf und kassierte in der dritten Minute der Nachspielzeit durch Mohamed das 0:2. „+Im Endeffekt war das 2:0 für Leer verdient“, lautete das Fazit von Thomas Jakobs.
TuS Pewsum - SpVg Aurich 2:1
Wer gedacht hatte, dass dieses Spiel ein Spaziergang für den TuS Pewsum werden würde, wurde schnell eines Besseren belehrt. Denn die Krummhörner taten sich gegen die Auricher sehr schwer, die sich auswärts keineswegs wie ein Tabellenletzter präsentierte.
Die Heimelf kam nicht richtig in den Spielrhythmus, zudem machte der böige Wind das Spielen nicht gerade einfach. Alles wirkte sehr zerfahren und die Angriffe wurden nicht richtig zu Ende gespielt. Das lag natürlich auch am Gegner, der gut stand und oft einen Tick schneller am Ball war und sich gute Möglichkeiten erspielte. Aurich schloss seine Angriffe zumeist mit Schüssen aus der zweiten Reihe ab. So prüfte der agile Moustapha Camara Torhüter Nils Ludwigs mit guten Schüssen, aber der Keeper war auf dem Posten (14. und 15,) Minute. Der TuS sah immer gut aus, wenn er schnell aus der Abwehr heraus spielte, aber der finale Pass kam zu selten an. Die Auricher spielten gut mit , zwingende Torchancen hatten sie nicht. So dauerte es bis zur 37. Minute: Aus dem Mittelfeld schlug Marek Hinrichs den Ball auf den rechten Flügel zu Carsten Weyers, der legte den Ball von der Torauslinie quer auf Keno Buß, der wiederum eiskalt zum 1:0 traf. Jetzt war der TuS am Drücker: Nach einem leichten Ballverlust in der Auricher Abwehr schaltete Jannis Hempelmann sofort, doch sein Schuss aus zwanzig Metern klatschte ans Lattenkreuz (42.). Auf Grund der Spielanteile und der besseren Chancen ging die Führung für die Pewsumer in Ordnung.
Die Krummhörner kamen stark aus der Kabine. Derk Schoneboom zog auf dem linken Flügel auf und davon, seine präzise Flanke nahm Buß volley und donnerte des Leder an den Pfosten (51.). Doch die Spielvereinigung kam in Hälfte zwei immer besser ins Spiel und fuhr gute Angriffe. Nach einem Foulspiel an der Strafraumgrenze legte sich Julian Francisco Estrada den Ball zurecht und schlenzte ihn gefühlvoll unhaltbar in den Winkel zum 1:1 (56.). Jetzt waren die Auricher dem 2:1 näher als die Krummhörner. In der 53. Minute verfehlt Bayeri Farfan nur knapp das Pewsumer Gehäuse. Mit dem böigen Wind kamen die Pewsumer überhaupt nicht zurecht und die meisten Bälle wurden zu hoch und zu lang gespielt und waren nicht erreichbar. Doch ein Ball fand den Weg in den Strafraum, Keno Buß ließ zwei Abwehrspieler stehen und schoss das Leder zum 2:1 ins Tor (61.). Aurich blieb gefährlich, ein Schuss von Farfan konnte Ludwigs noch um den Pfosten drehen (70.). Auf der Gegenseite zwang Schoneboom mit einem Hammer den guten Auricher Torwart Ethan Kennedy zu einer Glanzparade. (82.). Kurz vor Schluss rutschte Buß nur knapp an einer Flanke vorbei (86.). Fazit: Knapper, aber wegen der besseren Chancen ein verdienter Sieg für den TuS Pewsum.
Bernd Buß, Trainer TuS Pewsum: „Wir haben heute gegen einen spielerisch guten Gegner gespielt, aber zuviel falsch gemacht und nicht das umgesetzt, was wir besprochen hatten“
Uwe Groothuis, Trainer SpVgg Aurich: „Mit der Leistung meiner Elf bin ich zufrieden, beide Tore wären aus meiner Sicht vermeidbar gewesen, das zweite war sehr abseitsverdächtig, was natürlich ärgerlich ist. Aber wir werden ruhig weiterarbeiten.“
Ostfrisia Moordorf - TuS Esens Ausf.
Tus Middels - SV Großefehn Ausf.
TuS Strudden - VfB Wiesmoor Ausf.
