Ostfriesland/Oldenburg - Nach drei Monaten Pause greifen die Boßler der Championstour am Samstag wieder zu den Kugeln. Die Wahl des Wurfgeräts sorgt bei den Friesensportlern allerdings weiter für Diskussionen. Auf der Ihausener Straße in Westerloy geht es mit der Holzkugel um Meter und Punkte. Mit Blick auf die anstehende Europameisterschaft 2024 hätten viele lieber ausschließlich mit der Eisenkugel geworfen.
Zwar kann die Tour 2022/23 als Runde zwischen den internationalen Vergleichen gesehen werden, doch die Sache hat einen Haken. Denn nur die besten Neun der aktuellen Tour lösen automatisch das Ticket für 2023/24 und damit für die EM-Qualifikation. Diejenigen, die sich schon vor der Europameisterschaft im Training auf die Eisenkugel spezialisiert und in Schleswig-Holstein gut abgeschnitten haben, sehen durch die Werfen mit der Holz- und Gummikugel ihre EM-Teilnahme in Gefahr.
Umweg übers Seiteneinsteigerwerfen
Nach zwei Etappen wären gleich mehrere erstklassige Eisenwerfer raus. Vize-Europameister Simon Quathamer (Bredehorn) steht derzeit mit zwei Punkten auf Rang 17. Martina Goldenstein, EM-Sechste und Finalistin beim Turnier King & Queen of the Roads in Irland, müsste als 16. ebenfalls den Umweg über Seiteneinsteigerwerfen oder FKV-Meisterschaft gehen. Hier muss dann alles passen, ansonsten sind diese Werfer 2024 nur als Zuschauer an der Strecke.
In Westerloy heißt es deswegen durchbeißen und mitnehmen, was möglich ist. Geworfen wird von zwei Seiten, die Männer starten in Westerloy, die Frauen in Ihorst. Die Ihausener Straße ist zweispurig und die Strecken haben kaum Kurven, sodass an der Spitze große Weiten zu erwarten sind. Allerdings ist auch mit großen Abständen im Klassement zu rechnen, da Fehler mit entsprechend großem Rückstand bestraft werden.
Vier Boßlerinnen müssen passen
Bei den Männern eröffnen Tilo Siemens (Spohle) und Hilko Eilers (Leerhafe) um 13 Uhr die Jagd nach Punkten. Die erste Gruppe der Frauen wird um 13.15 Uhr an den Start gerufen. Mit Hannah Janßen (Blomberg), Feenja Bohlken (Halsbek), Fieke Müller (Reepsholt) und Nane Stoffers (Waddens) mussten gleich vier Werferinnen ihre Teilnahme aus gesundheitlichen Gründen schon im Vorfeld absagen.
Die Siegerehrung findet im Anschluss im Mühlenhof in Westerloy statt.
