Suurhusen - Immer wieder muss Suurhusens Trainer Keno Stalke in die Bresche springen und sich selbst einwechseln. Dabei würde er viel lieber von der Seitenlinie aus coachen. Vor allem, weil sein Knie eigentlich nicht mehr für derartige Belastungen gemacht ist. Doch sein Kader ist dünn, sehr dünn. Ein Grund dafür, warum den Fußballern vom schiefen Turm sogar der Doppelabstieg in die Ostfrieslandklasse drohen könnte.
„Witzigerweise habe ich gerade die fünft meisten Spielminuten in unserer Mannschaft. So war das eigentlich nicht gedacht“, sagt Stalke. Aber ihm bleibt aktuell nichts anderes übrig, als sich Trikot überzustreifen. Lediglich 15 Spieler, darunter zwei Torhüter, stehen dem SVC-Trainer zur Verfügung. Grund für den äußerst dünnen Kader sind unter anderem 13 Abgänge nach dem letztjährigen Abstieg aus der Bezirksliga. So musste sich Stalke in bis dato zehn Spielen selbst einwechseln – trotz körperlicher Beschwerden. „Ich habe in einem Knie drei Arten von Arthrose und mein Meniskus ist auch kaputt.“
Sein Einsatz ist zwar aller Ehre wert, dennoch steuert seine Mannschaft aktuell auf den Doppelabstieg zu, steht auf dem letzten Tabellenplatz der Ostfrieslandliga. „Uns war schon vor der Saison klar, dass es schwer werden wird“, sagt Stalke. Wie prekär die Lage wirklich ist, zeigte eine Spielabsage. Gegen Ihrhove konnte Suurhusen nicht einmal eine Mannschaft stellen. Die Konsequenz: Das Spiel wurde kampflos mit 0:5 gegen Suurhusen gewertet.
Gänzlich abgeschlagen sind die Concorden aber bei weitem noch nicht. Nur wenige Punkte trennen die Schlusslichter der Liga, das rettende Ufer ist also noch in Sicht. „Die anderen Teams sind auf Schlagdistanz. Jetzt müssen wir hoffen, dass wir schon vor der Winterpause noch ein paar Punkte holen können.“
Und dann winkt vielleicht noch ein weiterer Lichtblick. Stalke steht aktuell mit zwei bis drei potenziellen Neuzugängen im Gespräch. Namen möchte er noch nicht nennen. Aber fest steht: Ein breiterer Kader könnte den Kickern vom schiefen Turm durchaus hilfreich sein, im engen Kampf um den Klassenerhalt. „Die Relegation muss das Ziel sein“, sagt Stalke.
