OSTRITTRUM - Wo sich einstmals auf einer Lichtung im Wald die Turner trafen und ihrem sportlichen Vergnügen frönten, könnten sie heutzutage allenfalls noch gut Slalom laufen. Auf dem ehemaligen Sportplatz am Rittrumer Kirchweg in Ostrittrum ist eine schmucke Obstwiese mit 132 Bäumen entstanden. Sie stehen in sechs Reihen über den Platz verteilt. Vor vier Jahren hat der Eigentümer der Fläche, der Wüstinger Heinz Hüncke, die Obstbaumwiese angelegt, unterstützt vom Experten Dr. Dankwart Seipp und mit Hilfe des Ostrittrumers Gerold Melle und des Westrittrumers Karl Ritterhoff. Am Dienstagmorgen stellten die Männer die Verwandlung einer historischen Sportstätte in eine blühende Obstbaumwiese vor.
Heinz Hüncke bezeichnet sich als großen Naturfreund. Diese Verbundenheit zur Natur brachte ihn zu dem Entschluss, den einstigen Sportplatz (bis 1975) nicht länger zu verpachten, sondern ihn als Obstbaumwiese anzulegen. Er sicherte sich den Ratschlag des Obstbaumexperten Dr. Seipp, um eine möglichst hohe biologische Vielfalt zu erreichen. Bei den Sortenauswahl wurden alte, traditionelle Sorten wie Wildeshauser Renette, Gravensteiner, Jakob Lebel und Boskoop gepflanzt, aber auch neuere, robuste Sorten wie Piros, Topaz, oder Erwin Baur. Insgesamt sind es 86 Apfel-, zehn Birnen-, zwei Quitten- sowie 19 Pflaumen-, Zwetschen- und Reneklodenbäume. Hinzu kommen elf Süßkirschen- und vier Sauerkirschenbäume. „Sie blühen sehr gut“, freute sich Seipp. Im Randbereich stehen Haselnuss und Esskastanie.
Seipp hofft auf die erste Ernte in diesem Jahr, die Hüncke privat unter Freunde und Bekannte verteilen möchte. 2011 hatte der Spätfrost alle jungen Früchte abgetötet, berichtete der Experte. Jetzt sei das Wachstum besonders bei den Apfelbäumen gut, so dass sich die Zwischenräume zwischen den Bäumen bald schließen.
Ein Problem auf der Obstbaumwiese geht Heinz Hüncke mit unkonventionellen Methoden an: Er hat vier „Alkoholfallen“ aufgehängt. „Calvados wirkt besonders gut“, erzählte der Wüstinger. Damit wird der „Ungleiche Holzbohrer“ angelockt. Dieser Käfer hatte 2011 neun Boskoop-Bäume befallen und absterben lassen. Jetzt hat Hüncke schon zig Hunderte von Insekten aus den Fallen holen können, denen ihre „Trunksucht“ zum Verhängnis wurde. „Eine biologische Bekämpfungsmaßnahme“, lobte Dankwart Seipp.
