• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Sport

Qualifikation Für Wm In Russland: Franzosen demontieren Niederländer – Messi strauchelt

02.09.2017

Paris Arjen Robben hockte auf dem Rasen, der Blick ging ziellos durch das sich leerende Stade de France von St. Denis. Bayern Münchens Superstar sah aus, als dachte er nach der 0:4 (0:1)-Packung der Niederländer: „Das war“s jetzt.“ Minuten später aber wuchs in Robben trotz der Demütigung durch haushoch überlegene Franzosen plötzlich Zuversicht. „Unglaublich, aber wahr. Wir sind noch am Leben“, sagte der 33-Jährige - und zumindest er wirkte wieder entschlossen.

Gerade hatte der Oranje-Kapitän vom 3:2 der Bulgaren gegen Schweden erfahren. Er wusste, das nächste historische Scheitern ist noch abzuwenden. „Wenn wir die letzten drei Spiele gewinnen, sind wir Zweiter in der Gruppe. Diese Chance müssen wir mit Händen und Füßen ergreifen“, forderte Robben mit Blick auf das erste „Finale“ gegen Bulgarien am Sonntag in Amsterdam (18.00 Uhr). Dem folgen das Gastspiel in Weißrussland (7. Oktober) und der mögliche Showdown gegen Schweden (10. Oktober) zum Abschluss.

Allerdings: Wer die Elftal im Spitzenspiel der WM-Qualifikationsgruppe A beobachtete, den überkommen unweigerlich gravierende Zweifel, selbst wenn man es gut meint mit dem dreimaligen Vizeweltmeister. Auch Robben sprach von einem „Klassenunterschied“, der in Paris bei der höchsten Pleite einer Elftal seit 1961 zu Tage trat.

Drei Punkte beträgt der Rückstand auf Schweden und Rang zwei, der für die acht Besten der neun Qualifikationsgruppen den Sprung in die Play-offs im November bedeutet und die Chance auf ein Last-Minute-Ticket zur WM 2018 nach Russland.

Eigentlich lösbar, aber Oranje 2017 hat nunmal kaum etwas gemein mit den berühmten niederländischen Teams der Vergangenheit. Die Niederländer hatten am Donnerstag zwar kurze Phasen, in denen sie körperlich dagegenhielten - oder besser, es versuchten. Aber sonst war Frankreich technisch, spielerisch und vor allem in puncto Geschwindigkeit unerreichbar. Als stünden welk gewordene Tulpen neben gerade in den schönsten Farben blühenden Rosen.

Der quirlige Antoine Griezmann (1:0/14.), Schnellzug Thomas Lemar (2:0/73., 3:0/88.) und Ausnahmetalent Kylian Mbappé (4:0/90.+1), der - welch ein Luxus - nur eingewechselt wurde, verliehen der Überlegenheit in Toren harte Fakten. „Wir müssen das vergessen, sofort. Wir brauchen nicht mehr über das Spiel zu reden“, sagte Robben: „Frankreich war viel zu gut für uns.“ Erst recht nach der Gelb-Roten Karte für Kevin Strootman (62.).

Es scheint gleichwohl, als habe der als Retter angeheuerte Bondscoach Dick Advocaat (69) auch kein Rezept für diese überwiegend uninspirierte Mannschaft mit alternden Stars wie Robben, Wesley Sneijder sowie Robin van Persie und nicht im gleichen Maße begabten Youngstern. „Ich bin ein bisschen erschrocken über die Leistung“, sagte Advocaat.

Der Evergreen „Ohne Holland fahr“n wir zur WM“ kann somit zumindest schon mal bereitgelegt werden. Denn auch die Medien im Nachbarland haben kaum Hoffnung. „In diesen dunklen Tagen für den niederländischen Fußball vollzog sich ein neuer Untergang“, fand die Tageszeitung Trouw.

Der Telegraaf meinte: „Die einzig positive Nachricht kam aus Bulgarien.“ Und De Volkskrant urteilte, dass die Advocaat-Elf „blass wie ein ausgebleichter Vorhang“ gewesen sei. Die Schlussforderung war ebenso knallhart wie zutreffend: „Dieses Oranje hat bei der Weltmeisterschaft nichts zu suchen.“

Superstar Lionel Messi und seine Argentinier haben in der Qualifikation den angepeilten Befreiungsschlag hingegen verpasst. Beim Erzrivalen Uruguay kam der Vize-Weltmeister nicht über ein 0:0 hinaus und bleibt bei noch drei ausstehenden Spielen auf Rang fünf der Tabelle. Nur die ersten vier Teams qualifizieren sich direkt für die WM, der Fünfte muss in ein Play-off gegen den Ozeanien-Vertreter.

Argentinien dominierte die Partie zunächst, in der zweiten Hälfte bot das Team von Trainer Jorge Sampaoli aber eine trostlose Vorstellung. Insgesamt war das Spiel von vielen aggressiven Fouls geprägt.

Einen herben Rückschlag musste auch Copa-América-Sieger Chile um Arturo Vidal vom FC Bayern einstecken. Der 30-Jährige leitete die 0:3-Pleite gegen Paraguay mit einem Eigentor (24.) ein, durch den Sieg hat Paraguay jetzt nur noch zwei Punkte Rückstand auf Argentinien. Beim 0:0 Kolumbiens in Venezuela kam Vidals Bayern-Kollege James Rodriguez wegen seiner Oberschenkelverletzung nicht zum Einsatz.

Das Finale um die WM-Tickets verspricht jede Menge Spannung: Nur zwei Punkte trennen Kolumbien (25 Zähler) auf Platz zwei und Argentinien auf Rang fünf (23 Punkte).

An der Spitze zieht Brasilien einsam seine Kreise. Unbeirrt vom Dilemma der Konkurrenten fuhren Neymar und Co. in Porto Alegre gegen Ecuador (2:0) ihren neunten Eliminatorias-Sieg in Folge ein. Der Rekordweltmeister ist mit elf Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten Kolumbien nicht mehr von Rang eins zu verdrängen.

Barcelona-Neuzugang Paulinho brach nach 68 Minuten das Abwehr-Bollwerk der Gäste, ehe Philippe Coutinho sieben Minuten später für die Entscheidung sorgte. Kurioserweise ist der Offensivspieler wegen einer Verletzung und seinem Wechselwunsch nach Barcelona von Trainer Jürgen Klopp in der neuen Saison beim FC Liverpool noch nicht eingesetzt worden.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.