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NWZonline.de Sport

Pechstein wehrt sich gegen Sperre

04.07.2009

LAUSANNE /BERLIN Schock für den deutschen Sport: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ist der Verwendung verbotener Blutdoping-Methoden und -Substanzen überführt und vom Weltverband bis zum 9. Februar 2011 gesperrt worden.

Simon Bergmann, Pechsteins Rechtsanwalt, kündigte am Freitagabend an, beim Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne Berufung gegen die Sperre einzulegen. „Es gibt keinen positiven Befund“, erklärte er: „Claudia ist anhand von Indizien verurteilt worden.“

Bei der 37-Jährigen wurden „auffällige Werte und auffällige Veränderungen der Werte in einer Serie von Tests (vor allem in den Tests, die während der Mehrkampf-WM am 7. und 8. Februar 2009 in Hamar durchgeführt wurden)“ festgestellt. Das gab die Internationale Eislauf-Union (ISU) am Freitag bekannt. Die Berlinerin hatte die Mehrkampf-WM im Februar wegen einer angeblichen grippalen Erkrankung abgebrochen.

In der Disziplinarkommission der ISU, die die Sperre aussprach, hatten sich drei Funktionäre zu einem Urteil durchgerungen, obwohl auch einige Gutachter eingeräumt hatten, dass die anormalen Blutwerte Pechsteins auch durch andere Ursachen hervorgerufen werden könnten.

Nach Angaben der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) handelt es sich um eine erhöhte Anzahl von Retikulozyten, einer Vorstufe der roten Blutkörperchen. Mögliche Ursachen eines erhöhten Retikulozytenwertes könnten in einer Krankheit oder Anomalie des Blutes liegen.

„Andere Blutwerte, die auf Doping hindeuten könnten – etwa Hämoglobin oder Hämatokrit –, waren unauffällig. Die ISU stützte ihren Vorwurf darauf, dass ein erhöhter Retikulozytenwert nur durch Blutdoping zu erklären sei“, hieß es in einer Erklärung von Pechsteins Anwälten und DESG-Präsident Gerd Heinze: „Pechstein weist den Vorwurf des Blutdopings zurück. Sie wurde in den letzten Jahren in zahlreichen Trainings- und Wettkampfkontrollen getestet, ohne dass je eine Dopingsubstanz gefunden wurde.“

Erste Doping-Verdächtigungen gegen die deutsche Läuferin waren im vergangenen Winter aufgetaucht, als sie einen im Vergleich zu den Vorjahren großen Leistungssprung machte und beim Weltcup in Moskau sowie der Mehrkampf-EM in Heerenveen mit Spitzenzeiten siegte. Nach der WM in Hamar bestritt Pechstein keinen Wettkampf mehr. Begründung: Sie habe nicht wieder zu ihrer alter Form gefunden.

Vor den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften Anfang März auf der Olympia-Bahn in Richmond hatte bereits die niederländische Fernseh-Moderatorin Ria Visser vor der Kamera darauf hingewiesen, dass es Doping-Gerüchte rund um das deutsche Team gebe. Empört hatten sich alle Verantwortlichen dagegen verwahrt und der Journalistin sogar mit rechtlichen Schritten gedroht.

Pechsteins Teamkollegin Daniela Anschütz-Thoms reagierte entrüstet: „Damit hätte ich niemals gerechnet, und ich hätte nicht gedacht, dass man so dumm sein könnte.“

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