PEHEIM - Kirmesstimmung in Peheim – Herbst-Tristesse in Molbergen: Mit 3:1 haben die Bezirksliga-Fußballer des SV Peheim am Sonnabend vor der imposanten Kulisse von 700 Zuschauern das Gemeinde-Derdy gegen den einst übermächtigen SV Molbergen für sich entschieden.
In der Tabelle der Bezirksliga trennt die Rivalen damit inzwischen eine kleine Welt. Während Peheim dank des sechsten Saisonsiegs einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht hat, geht es für die Molberger nur noch ums nackte Überleben.
„Bei uns gibt’s jetzt nur noch Party“, sagte Peheims Betreuer Helmut Gerken und stürmte nach dem Schlusspfiff in Richtung Clubheim. Zunächst noch verhalten genoss Peheims Spielertrainer Dirk Loyko seinen ersten Derbysieg im Peheimer Dress.
Dagegen herrschte bei Molbergens Spielern, die ohne ihren Trainer Martin Sommer angereist waren, der kurzfristig erkrankt war, blankes Entsetzen. „Wir haben viel mehr Spielanteile, aber schlagen daraus einfach kein Kapital“, sagte Molbergens Co-Trainer Erich Hochartz. „Bei einigen Spielern klafft eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Dennoch hätten wir etwas holen müssen. Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht, wie Peheim es schon auf 20 Punkte bringen konnte“, so Hochartz weiter.
Der kopfballstarke Mittelfeldspieler, der am Sonnabend zum letzten Mal gesperrt zum Zuschauen verdammt war, verstand die Welt nicht mehr. Immerhin hat er die Hoffnung auf bessere Zeiten noch nicht aufgegeben. „Tot sind wir noch nicht.“
Peheim war von Anfang an nur auf ein Unentschieden aus. Die Gastgeber agierten mit Maxim Langletz als einziger Spitze und einem breiten Mittelfeld. Molbergen gab den Ton an, war aber harmlos. Die beste Chance hatte Dennis Deters, der per Seitfallzieher scheiterte (35.). Auf der anderen Seite fischte Matthias Moormann einen Freistoß von Andreas Cordes aus dem Eck (9.).
Das gleiche, eher trostlose, Bild sahen die geduldigen Zuschauer zunächst auch nach der Pause – ehe doch noch die Post abging. Nach exakt einer Stunde krallte sich Peheims Michael Schrapper in Höhe der Mittellinie die Kugel. Er schüttelte zunächst Andre Döring und Alexander Lindt ab, um sich dann auch noch mit Glück gegen drei weitere Molberger durchzusetzen. Sein Abschluss war dann eiskalt (61.).
Molbergen antwortete auf diesen Treffer, der wie aus dem Nichts gefallen war, mit wütenden Attacken. Dennis Deters, der frei vor Peheims Fänger Michael Anneken stand, glich in der 76. Minute aus. Der agile Johannes Spille hatte vorbereitet.
Peheim wackelte, lag aber urplötzlich wieder vorne. Nach einem Schlag aus dem Mittelfeld köpften sich zwei Molberger unglücklich an. Der Ball fiel Cordes auf den Schlappen – 2:1 (83.). „Das zweite Tor aus dem Nichts war für uns der Genickbruch“, sagte Hochartz.
Zudem hatte Molbergen Pech. 120 Sekunden nach Peheims erneuter Führung zog Deters aus 16 Metern ab. Der Ball flog von der Lattenunterkante ins Feld zurück. In der ersten Minute der Nachspielzeit machte Christian Timme gegen die entblößte Molberger Deckung alles klar.
Tore: 1:0 Michael Schrapper (61.), 1:1 Deters (76.), 2:1 Cordes (83.), 3:1 Timme (90.).
SV Peheim: Anneken - Bregen - Kreutzmann, Timme - Loyko, Cordes, Markus Schrapper (89 Thien), Timmen, Michael Schrapper (82 Lübbers), Einhaus - Langletz.
SV Molbergen: Matthias Moormann - Hörsting - Stjopkin, Dirk Moormann - Döring, Thomas Willenbring (85. Anneken), Lindt, Spille (86. Langlitz), Fetzer (71. Taqi) - Schröder, Deters.
Schiedsrichter: Ackermann (Friedrichsfehn).
