Südbollenhagen/Altendorf - Der Motorrad-Bahnsport hat die Zwillinge Rolf und Enno Büsing 50 Jahre lang fasziniert. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr starb Rolf – einen Tag nach dem Grasbahnrennen in Rastede. Dort hatte das Duo noch gemeinsam mitgefiebern können.

Angefangen hatte alles vor 50 Jahren, als die Zwillinge von ihrem Elternhaus an der Oberströmischen Seite in Barghorn das erste Mal in Rodenkirchen bei einem Rennen an der Schweier Straße zuschauten. „Da haben wir uns diesen besonderen Virus dann wohl endgültig eingefangen“, sag Enno.

Später kam man sich beim Fachsimpeln auch dem Fahrerlager näher.

Ab den 80er Jahren standen mehrtägige Bus-Reisen zu den WM-Läufen an, die nach England, Schweden, Dänemark, Polen, Tschechien und Jugoslawien führten. Nach Russland ging es per Flugzeug. Beim Eisspeedway-Rennen am Baikalsee nahe der Grenze zur Mongolei herrschten eisige Temperaturen von minus 40 Grad Celsius.

20 Jahre lang – von 1975 bis 1995 – lag das Mekka des Eisspeedway in Inzell. Auch die Rennen in Assen waren für die Zwillinge eine Pflicht.

Nach der Grenzeröffnung haben die beiden viele neue Freunde aus den neuen Bundesländern gewonnen. Die große Fanfamilie traf sich häufiger in Südbollenhagen bei „Jabben“.

Rolf wurde zum großen Fan von Wilhelm Duden, für Enno ist Egon Müller einfach der Größte. Zu beiden Idolen ist der Kontakt in all den Jahren nie abgerissen. Von Februar – Auftakt in Schwarme bei Syke – bis Oktober – die Rennen in Dohren, Emsland – standen dann im Jahr bis zu 25 Veranstaltungen im Terminkalender.

„Wir haben in den vergangenen 50 Jahren Jahren wohl 1200 Rennsport-Veranstaltungen besucht“, sagt Enno, der auch nach dem plötzlichen Tod von Rolf dem Bahnsport treu bleiben möchte.

In neuen Jahr will er mit einem neuem Wohnwagen die Rennen besuchen. In seinem Haus, im Wintergarten in Oldenbrok-Altendorf, gibt es etliche Bilder, Wimpel, eine geschnitzte Eisspeedwaymaschine aus Holz und Siegerkränze und -pokale zu bewundern.