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NWZonline.de Sport

Trainerduell: Perfektionist trifft auf Mannschaftsspieler

25.06.2016

Montpellier /Saint-Marie-De-Ré Der Unterschied der beiden Trainertypen lässt sich schon an der Gangart ausmachen. Während Antonio Conte mit großen Schritten über den eingezäunten Trainingsplatz in Montpellier eilt, wirkt Vicente del Bosque in Saint-Marie-de-Ré ein bisschen wie aus der Zeit gefallen. Er geht ein wenig schief, die Hüfte macht ihm zu schaffen. Und auch in der Herangehensweise an ihre Mannschaften unterscheiden sich der italienische und der spanische Nationaltrainer vor dem direkten Duell bei der Fußball-EM in Frankreich am Montag (18 Uhr/ARD) voneinander.

Aufmerksam verfolgt Conte jeden Pass, analysiert jede Bewegung. Der 46-Jährige ist ein Perfektionist. Die Einheiten sind bis ins Detail durchgeplant. Dazu kommen tägliche Videoschulungen. Conte gilt als einer der besten Trainer Europas, für viele ist er der Star in Italiens EM-Team.

Taktisch perfekt eingestellt, als verschworene Einheit und mit großem Siegeswillen – so präsentiert sich Italien bislang. Dass das Team, dem vor der EM kaum jemand etwas zugetraut hatte, ohne große Stars sogar im Achtelfinale gegen Titelverteidiger Spanien nicht als chancenlos gilt, ist auch ein Verdienst des Trainers.

„Conte ist der ideale Trainer, wie er die Spiele vorbereitet, wie er eine Gemeinschaft formt“, lobt Italiens Kapitän Gianluigi Buffon, der mit Conte bereits bei Juventus Turin lange zusammenarbeitete. Vor allem beim clever herausgespielten 2:0-Auftaktsieg gegen Belgien überzeugte das Team mit einer perfekten Taktik. Belgiens Thibaut Courtois urteilte gar, sein Team sei „taktisch deklassiert“ worden.

„Conte bedeutet Gleichgewicht, Conte bedeutet Organisation, das zählt auf dem Platz oft mehr als ein Top-Spieler“, sagt Routinier Daniele de Rossi. Weitere Merkmale der Teams von Conte, der drei Meistertitel mit Juve feierte und nach der EM zum Premier-League-Club FC Chelsea wechselt, sind physische und mentale Stärke.

Conte schafft es, seine Spieler zu motivieren, ihnen Selbstvertrauen zu geben sie zu Höchstleistungen zu treiben, ist in der Ansprache „Profi und nicht Vater oder netter Onkel“, wie die „Gazzetta dello Sport“ urteilt. Damit hat er aus Italiens mittelmäßigem Kader eine starke Einheit geformt. „Das ist auch ein Verdienst des Trainers, er hat uns seine Werte übermittelt“, sagt Alessandro Florenzi.

Der „Mister“ wie del Bosques Spieler ihn ebenso liebe- wie respektvoll nennen, ist in Frankreich dagegen wohl auf seiner letzten Mission. Mit dem zweiten EM-Triumph nach 2012 hätte del Bosque einen Abgang durch das ganz große Portal. Und der Mann mit dem markanten Schnauzer hätte ihn verdient: 2010 führte er „La Furia Roja“ in Südafrika zum ersten WM-Titel. Längst hat ihn das Königshaus den Adelstitel „Marqués“ verliehen, Ehrendoktor-Würden kommen dazu.

Dabei ist ihm nichts verhasster als Eitelkeiten und Egoismen. Del Bosque ist als Trainer der größte Mannschaftsspieler. Fragen zu seiner persönlichen Zukunft weicht der 65-Jährige aus; nichts soll die Arbeit mit dem Titelverteidiger stören. „Ich habe eine Idee, was sein könnte. Ich weiß nicht, ob man sie ändern kann, das hängt jedenfalls nicht vom Ausgang der EM ab“, sagte er.

Mit Conte gemeinsam hat er, dass man in keinem Moment das Gefühl hat, dass seine Profis ihm nicht überzeugt folgen. Der Senior aus Salamanca, der einst mit Real Madrid fünfmal Meister war und 18 Länderspiele bestritt, ist korrekt bis in die letzte Falte seines Anzugs, den er am Spielfeldrand trägt. Einen Wutausbruch wie jener legendäre von Giovanni Trapattoni – das wird man bei del Bosque nie erleben. Ein „Hombre!“ ist schon alles, was ihm mal entfährt.

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