PETERSFEHN - „18 Uhr ist Treffen, aber Frauen sind ja eher unpünktlich.“ So sagte es mir Trainer André Gockel vor dem Training der Damen-Basketballmannschaft vom TuS Petersfehn am Telefon.
Ich war dann auch pünktlich zur Stelle – allein in der Halle. Nicht nur die Frauen, auch unser männlicher Trainer nimmt es mit der Pünktlichkeit wohl nicht so ernst. Nach und nach schlendern die Spielerinnen – und auch der Trainer – in die Halle. Und als es dann noch 20 Minuten dauert, bis alle da sind und auch die Letzten tratschend aus der Umkleidekabine kommen, wird meine Hoffnung immer größer: „Wenn die so locker anfangen wird das wohl ein leichtes Training für mich.“ Doch mein untrainierter Körper hoffte vergebens. Zum Aufwärmen wird gelaufen, viel gelaufen. Von der einen Linie zur anderen. Mal vorwärts, mal rückwärts. Zur Abwechslung auch in einer Acht-Form unterhalb des Brettes – und dabei soll ich auch noch auf den Korb werfen. Auf meine Frage, ob jedes Mal so viel gelaufen wird, schauen sich die Frauen verständnislos an: „Heute laufen wir gar nicht so viel.“
Eine Pause zwischendurch und dann wird endlich richtig gespielt. Fünf gegen fünf über das ganze Feld. Da wir aber nur sieben Frauen sind, bekommen wir männliche Unterstützung. Die Männermannschaft trainiert im Anschluss und im Gegensatz zu den Frauen sind sie nicht nur pünktlich, sondern sogar überpünktlich. In der letzten halbe Stunde versuche ich mein Team so gut es geht zu unterstützen. Dabei hoffe ich jedoch immer, den Ball erst vorne beim gegnerischen Korb zugespielt zu bekommen und nicht schon auf der eigenen Seite. Denn sonst müsste ich mit dem Ball über das ganze Feld laufen. Meine Kondition findet Laufen an sich schon schlimm genug, aber Laufen und Prellen gleichzeitig ist nicht nur eine Sache der Kondition, sondern auch der Koordination. Also renne ich so schnell es geht nach vorne und warte dort auf einen Pass. Allerdings nur, um ihn dann zur nächsten Spielerin schnell weiterzugeben. Meine Treffer in den Korb halten sich in Grenzen.
Die Frauen, die zu Beginn noch so ruhig und gelassen wirkten, kommen beim Spiel voll aus sich heraus. Es wird gerannt und um jeden Ball gekämpft. Kommandos schallen übers Spielfeld: „Mitte“ oder „Unten“ wird gerufen. Ich weiß zwar nicht genau, was damit gemeint ist, laufe aber immer fleißig hin und her, schaue nach dem Ball und passe ihn zu einer frei stehenden Mitspielerin. Der Ehrgeiz der Petersfehner Basketballerinnen ist riesengroß.
Allerdings, so betont der Trainer, braucht das Team noch mehr personelle Unterstützung. Wer Interesse am Basketball in Petersfehn hat, sollte sich mit dem TuS in Verbindung setzen. E-Mail:
damenbasketball.petersfehn@gmx.de.
