PETERSFELD - Puschelohren und cremefarbenes Fell: Keine Frage, „Otto“ ist ein Hingucker. Doch der Ochse hat noch weitere tierische Qualitäten. Er ist nämlich recht schnell. Und so wird er am kommenden Sonntag beim ersten Ochsenrennen in der Wesermarsch an den Start gehen. Der 15-jährige Tobias Schuster aus Petersfeld und sein 16-jähriger Freund Stefan Oeltjenbruns haben für die Vorbereitungen eine Menge Freizeit geopfert.
„Vor eineinhalb Jahren haben wir mit dem Training begonnen“, berichtet Tobias von dem ehrgeizigen Vorhaben. Nachdem die beiden den Ochsen zunächst am Halfter spazieren geführt hatten, wurde es vor einem Jahr ernst: Otto wurde „zugeritten“. „Er hat anfangs ganz schön rumgebockt und uns abgeschmissen“, erinnert sich Stefan an so manche blaue Flecken. Aber da Otto, wie beide versichern, eigentlich einen guten Charakter habe, klappte es dann doch noch mit dem Training. „Er bekommt immer Kraftfutter als Belohnung“, verrät Tobias sein Geheimrezept. Inzwischen hört der Ochse auf seinen Namen und läuft auf Zuruf los – jedenfalls wenn er Lust dazu hat.
Der gut zwölf Zentner schwere Mastochse befindet sich seit geraumer Zeit im „Trainingslager“, wo er schon einmal die Konkurrenz beschnuppern kann. Als Jockey steht Stefan auf der Liste, Tobias ist der Ersatzmann. Für das Rennen haben sich die beiden Jungs allerdings nur Außenseiterchancen ausgerechnet. Otto sei zwar schnell, aber einfach zu gutmütig und würde die anderen vorbeilassen. Dass Otto dennoch eine gute Figur macht, dafür wollen Tobias und Stefan sorgen. Der Rennochse aus Petersfeld wird gewaschen und gekämmt an den Start gehen.
