Wahnbek - Auf die Plätze, fertig, los! Taale saust in ihrem Silberpfeil die Holzrampe hinunter auf die Sandbergstraße. In ihrer Seifenkiste rollt die Zehnjährige aus Neuenburg in Richtung Ziel, lässt ihrer Kontrahentin in diesem Durchgang keine Chance.
„Ich bin zum dritten Mal hier“, sagt Taale. Im Silberpfeil geht sie allerdings das erste Mal an den Start. „Der ist schneller und besser als meine alte Seifenkiste“, erzählt das Mädchen.
Taale gehört am Sonntag zu den 39 Teilnehmern beim 5. Seifenkistenrennen des Ortsvereins Wahnbek-Ipwege-Ipwegermoor. Seit ihrem vierten Lebensjahr fährt die Neuenburgerin Seifenkiste. Den Silberpfeil hat ihr Vater Dirk Bennje als Schrottkiste im Internet gekauft. „Ich habe die Kiste dann ganz neu aufgebaut“, erzählt er.
Das Basteln und Bauen macht auch Hans-Georg Wiemken großen Spaß. Der 68-Jährige aus Ipwege startet später ebenfalls noch beim Seifenkistenrennen. In den vergangenen drei Jahren sicherte er sich jeweils den Sieg und durfte den Wanderpokal mit nach Hause nehmen.
Alte Kiste rollt noch
Seine Seifenkiste aus Edelstahlrohren ist in Wahnbek schon vor vielen Jahren an den Start gegangen, als es schon einmal Seifenkistenrennen im Ort gab. Damals fuhren seine Kinder darin.
Inzwischen sitzt er selbst am Steuer, startet auch bei Rennen in Schleswig-Holstein oder den Niederlanden. „In Wijk aan Zee habe ich auch schon dreimal hintereinander gewonnen“, erzählt Wiemken. Er schätzt auch die Gemeinschaft bei den Rennen. Einen Starter aus Wahnbek traf er auch schon bei anderen Wettbewerben. „Das ist dann schon ganz witzig“, meint der 68-Jährige.
Zum zweiten Mal nimmt die neu gegründete Jugendfeuerwehr Ipwege-Wahnbek am Seifenkistenrennen des Ortsvereins teil. „Unsere Mitglieder sind in allen Altersklassen vertreten“, berichtet Jugendbetreuer Malte Höhne.
Er muss gerade einen kleinen Schaden an der Kiste beheben. „Die Achse ist nach einem leichten Kontakt mit der Bordsteinkante gebrochen“, sagt er und meint: „Das kriegen wir aber wieder hin.“
Für die Jugendfeuerwehr tritt unter anderem Lara an. Die Zwölfjährige aus Wahnbek erzählt: „Erst hat man Angst, ob alles gut geht. Aber wenn man erstmal die Rampe runter ist, ist das Schwerste überstanden.“
Medaillen und Pokale
Die Teilnehmer und Sieger der einzelnen Wettbewerbe nehmen nach den Rennen strahlend ihre Urkunden, Medaillen oder Pokale entgegen, die ihnen von Sascha Speckmann vom Organisationsteam überreicht werden. „Wir haben heute ein paar weniger Bobbycars am Start als in den vergangenen Jahren, aber ansonsten sind wir sehr zufrieden“, sagt er. Dann heißt es auch schon wieder: Auf die Plätze, fertig, los! Die nächsten Starter rollen die Holzrampe herunter und sausen in Richtung Ziel.
