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WHV-Kreisläufer Tim Düren „Für die Handball-Fans weiter Vollgas geben“

Wirft seit dieser Spielzeit seine Tore für den WHV: Kreisläufer Tim Düren.

Wirft seit dieser Spielzeit seine Tore für den WHV: Kreisläufer Tim Düren.

Dirk Gabriel-Jürgens

Wilhelmshaven - Tim Düren ist in vielerlei Hinsicht ein spezieller Typ: Schon rein optisch sticht der 2,03 Meter große Hamburger aus dem Kader des Handball-Drittligisten Wilhelmshavener HV hervor. Und: Kein Spieler feiert eine gelungene Abwehraktion mehr als einen Torerfolg und lässt die Zuschauer danach an seinem Gefühlsleben teilhaben.

„Ja, ich bin schon ein Emotions-Bolzen“, sagt der 25-Jährige. „Für mich gehört das beim Handball einfach dazu. Wir haben ein tolles Publikum und brauchen die Unterstützung der Fans – gerade in engen Spielen. Dafür muss der Funke von der Platte auf die Tribüne überspringen, und dabei bin ich gerne behilflich.“

Außergewöhnlich ist auch Dürens’ Weg in die 3. Liga: Sportlich groß wurde der Kreisläufer beim AMTV Hamburg, später zog es ihn ins Internat des Bundesligisten HSV, wo ihm Trainer Torsten „Toto“ Jansen in der A-Jugend-Bundesliga den letzten Schliff verpasste. So weit so gut.

Bei Bob Hanning nur im Angriff gespielt

Dass der Hamburger erst danach und damit einige Jahre zu spät bei den Berliner Füchsen von Bob Hanning landete, war laut Düren eher dem Zufall geschuldet. „Mein Vater wohnt in Berlin. Ich habe ihn in den Ferien besucht und habe einen Verein gesucht, bei dem ich mich in dieser Zeit fit halten kann. Da bin ich bei Bob gelandet. Und weil er in mir gewisses Potenzial gesehen hat, bin ich im Anschluss vom HSV zu den Füchsen II gewechselt.“

Interessant: Hanning setzte den Zwei-Meter-Mann ausschließlich im Angriff ein. Zum Sprung in den Profi-Kader reichte es aber nicht. „Deshalb habe ich meine Zelte in Berlin nach zwei Jahren wieder abgebrochen“, sagt Düren. Die Zeit in der Hauptstadt war für ihn aber nicht nur sportlich, sondern auch beruflich wichtig. „Ich hab mein Abi nur mit Ach und Krach geschafft. Ein Studium kam für mich deshalb nie in Betracht. Mit Unterstützung der Füchse habe ich dann den Weg als Immobilien-Kaufmann eingeschlagen und eine Ausbildung bei der Deutsche Wohnen gemacht. Im Handball wirst du leider nicht Millionär, ein zweites Standbein ist daher äußerst wichtig.“

Seine sportliche Bestimmung als Abwehrspezialist fand Düren schließlich unter Matthias Heineke beim HC Oppenweiler/Backnang. „Klang im ersten Moment nicht nach der ganz großen Hochburg, aber beim HCOB hat einfach alles gepasst“, sagt der 25-Jährige. „Rückblickend genau die richtige Entscheidung. Ich hatte vier tolle Jahre im Murrtal, die mir in allen Bereichen sehr viel gegeben haben. Ich wollte aber gerne wieder etwas heimatnäher Handball spielen – deshalb der Wechsel zum WHV.“

Mit diesem Wunsch stand Düren übrigens nicht alleine da: Auch seine Lebensgefährtin Lisa Borutta, 26 Jahre alt, geboren in Cuxhaven und bis Sommer 2023 in Diensten des Süd-Zweitligisten FrischAuf Göppingen, zog es zurück in den hohen Norden. Der Weg endete für die Linkshänderin aber (leider aus WHV-Sicht) schon in Oldenburg, wo Borutta für den VfL in der 1. Bundesliga auf Torejagd geht.

Freundin wirft Tore für den VfL Oldenburg

„Wir haben uns über den Handball kennengelernt und verstehen uns sehr gut – auch wenn man sich im Vergleich zu anderen Paaren nur relativ selten sieht“, sagt der Hamburger mit Blick auf neun Trainingseinheiten, die für beide wöchentlich auf dem Programm stehen. Hinzu kommen die Spiele, die – gerade bei Borutta – nicht gerade um die Ecke stattfinden. Düren: „Ohne Verständnis für den Anderen geht das nicht. Aber wir haben uns unter diesen Bedingungen kennengelernt und bekommen das alles gut unter einen Hut.“

Auch wenn der WHV bislang hinter den Erwartungen zurückblieb, während sein Ex-Club die Süd-Staffel anführt, hat Düren seinen Wechsel an die Jade nicht bereut. „Der Verein will oben angreifen und die Mannschaft natürlich auch. Aber der Wille allein reicht manchmal einfach nicht. Wir müssen jetzt alle nach vorne schauen, das Beste aus der Situation machen und vor allem für die Fans weiter Vollgas geben.“

Carsten Conrads
Carsten Conrads Sportredaktion
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