PRESTON - PRESTON/DPA - Nach dem holprigen EM-Auftakt gegen Norwegen soll Spielführerin Birgit Prinz dem deutschen Spiel mehr Qualität verleihen und die DFB-Auswahl vorzeitig ins Halbfinale schießen. „Sie hat voll mittrainiert und keinerlei Probleme mehr. Sie wird natürlich von Beginn an spielen“, kündigte Cheftrainerin Tina Theune-Meyer einen Tag vor der zweiten Vorrundenpartie gegen Italien an diesem Donnerstag (18.15 Uhr/Eurosport) in Preston an.
Die zweimalige Weltfußballerin Prinz, die wegen einer Oberschenkelzerrung beim glücklichen 1:0 gegen Norwegen geschont wurde, brennt auf ihren Einsatz. „Auf der Bank zu sitzen und zuschauen zu müssen, ist wirklich kein schönes Gefühl“, sagte sie. Die 27-jährige Torjägerin hatte von der Seitenlinie aus mit ansehen müssen, wie sich ihre Kolleginnen mühten und nie ihre spielerische Linie fanden.
„Ich bin durch meine Verletzung nicht mehr gehemmt und hoffe, dass ich dem Team helfen kann. Unser Spiel muss besser werden“, forderte Prinz eine deutliche Leistungssteigerung.
Dass sie in ihrem 135. Länderspiel (83 Tore) mit einem weiteren Treffer DFB-Geschichte schreiben und den Rekord von Heidi Mohr knacken könnte, interessiert sie derzeit nicht. „Wichtig ist allein der Sieg gegen die Italienerinnen. Das wird schwierig genug. Sie spielen kompakt und teilweise richtig unangenehm und nickelig.“ Allein schon die Präsenz der besten Fußballerin der Welt dürfte dem fünfmaligen Europameister zu mehr Selbstbewusstsein und mehr spielerischem Glanz im Deepdale-Stadion verhelfen.
Zusätzliche Motivation bringt die Aussicht auf den vorzeitigen Einzug ins EM-Halbfinale in England. Der wäre geschafft, wenn die DFB-Elf gewinnt und Frankreich in Warrington (21 Uhr/Eurosport) gegen Norwegen nicht verliert.
Abwehrchefin Steffi Jones misst der Rückkehr von Prinz große Bedeutung bei: „Wenn sie nicht spielt, ist das immer spürbar. Deswegen ist sie ja auch Weltfußballerin.“ Wer an der Seite von Prinz stürmt, ließ Theune-Meyer gestern noch offen. Es ist aber durchaus möglich, dass Sandra Smisek an der Seite von Birgit Prinz stürmt und so ihr 100. Länderspiel bestreiten darf.
