Prinzhöfte - Noch hat der Neubau der beiden Rastanlagen an der Autobahn 1 in der Gemeinde Prinzhöfte nicht begonnen. Aber: Seit Dienstag ist eine der von der Straßenbauverwaltung zu leistenden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erledigt. Mit einem Kostenaufwand von etwa 20 000 Euro hat der Ochtumverband in und an der Delme strukturverbessernde Maßnahmen umgesetzt – die nicht nur Lachs, Meerforelle & Co., sondern auch dem Niederwild nützen sollen.
Die Uferbereiche der Delme zwischen Horstedt und Sethe seien überwiegend Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet) und befänden sich größtenteils im Eigentum des Landkreises Oldenburg, erklärte Ochtumverband-Geschäftsführer Matthias Stöver. 2013 hatte der Verband zusammen mit dem Landkreis einen Gewässerentwicklungsplan aufgestellt – der Schritt für Schritt umgesetzt wird.
Einer dieser Schritte: Im vorigen Herbst pflanzte der Verband auf einer Strecke von knapp 13 Kilometer auf beiden Seiten der Delme Erlen. Auch das, so Stöver, sei eine Ausgleichsmaßnahme gewesen – und zwar für Baumaßnahmen im Zuge des Hochwasserrückhaltebeckens für Delmenhorst.
Das aktuelle, in der vergangenen Woche begonnene Projekt ist eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für den Umbau des ehemaligen militärischen Notlandeplatzes nördlich der A 1. Dort soll eine unbewirtschaftete Rastanlage unter anderem mit Stellplätzen für 50 LKW, 30 PKW sowie Haltestreifen für Schwer- und Großraumtransporte entstehen.
Was der Ochtumverband bewerkstelligt hat: In einem etwa 100 Meter langen Delmeabschnitt südlich des Autobahndurchlasses wurden Kiesbänke sowie Strömungslenker eingebaut. Dadurch werde der Bach wieder Schlingen bilden, erklärte Verbandsvorsteher Heiko Stubbemann. In den neu geschaffenen Engstellen erhöhe sich die Fließgeschwindigkeit – womit man gute Bedingungen schaffe, damit Fische hier laichen.
Direkt vor dem Autobahndurchlass baute der Verband in der Delme eine kleine Buhne aus Kies ein. Das Ziel: Bislang gibt es im breiten Durchlass nur auf der westlichen Delmeseite eine Berme, die es dem Niederwild ermöglicht, auf die andere Seite der A 1 zu gelangen. Durch die Buhne solle sich auch auf der östlichen Seite eine Berme entwickeln. Stöver: „Das ist ein Punkt aus dem Gewässerentwicklungsplan.“
