Vechta - Drei Tage vor Heiligabend – also an diesem Sonnabend – darf sich Basketball-Bundesliganeuling Rasta Vechta über ein vorweihnachtliches Geschenk freuen. Denn um 20 Uhr tritt der achtmalige Deutsche Meister Alba Berlin im Rasta Dome an.
Die Gäste werden bei ihrem Auftritt allerdings wohl auf ihren Topscorer David Logan (14,3 Punkte pro Spiel) verzichten müssen, der wegen einer Kniereizung geschont werden soll. Aktuell rangieren die Gäste mit sieben Siegen und vier Niederlagen zwar nur auf dem siebten Platz der Bundesliga. Doch einen echten Ausrutscher erlaubten sich die Hauptstädter nur bei der Heimpleite gegen die Eisbären aus Bremerhaven. Die drei anderen Niederlagen waren gegen die Artland Dragons (66:67), Bonn (59:60) und Bamberg (69:73) jeweils denkbar knapp ausgefallen.
Alba Berlin galt Jahre lang als das Maß aller Dinge im deutschen Basketball – eigentlich nur vergleichbar mit Bayern München im Fußball. Doch selbst die Bajuwaren schafften es nicht, wie die Berliner, ab der Saison 1996/1997 anschließend sieben Deutsche Meisterschaften in Serie – darunter gleich vier Mal das Double zu holen. Zuvor im Jahr 1995 gewannen die Berliner als erste deutsche Mannschaft überhaupt den Korac-Cup.
Seit 2003 jedoch sind die Berliner nicht mehr so erfolgsverwöhnt. Nur eine Meisterschaft gab es trotz sechs erster Plätze nach der Hauptrunde in den letzten zehn Jahren zu feiern. In dieser Saison befindet sich der einstige Serienmeister nach diversen hochkarätigen Abgängen im Sommer gänzlich im Umbruch.
Mit Sasa Obradovic (als Spieler Welt- und Europameister, außerdem Silbermedaillengewinner bei den Olympischen Spielen 1996) hat Berlin allerdings einen Trainer, der den früheren Abonnement-Meister über kurz oder lang wieder nach ganz oben führen soll. Der warnt vor dem Duell in Vechta: „Die gehören mit ihrer wilden Spielweise zu den unangenehmsten Gegnern der Liga – schließen schnell ab. Und dann rennen fünf Leute zum Rebound.“
Gegen den amtierenden Pokalsieger wird sich Rasta Vechta mächtig strecken müssen, um in die Nähe einer Sensation zu kommen. Nach 13 Spieltagen fehlt Vechta noch ein Erfolg gegen eine der renommierten Mannschaften in der Bundesliga. „Vielleicht sind wir jetzt einfach mal dran. Das Potenzial dazu jedenfalls hat meine Mannschaft. Auch wenn Berlin sicher der Favorit ist“, erklärte Vechtas Trainer Patrick Elzie, der erneut auf den verletzten AJ Rudowitz (Sprunggelenke) verzichten muss.
„Natürlich würde uns ein Sieg gut tun. Es reicht ein Blick auf die Tabelle, um das zu erkennen. Zwar liegen wir unserer Saisonerwartung entsprechend vor den Abstiegsplätzen. Doch zufrieden bin ich mit unserer Bilanz in keinem Fall“, machte Patrick Elzie die Situation des Tabellen-15. (6:20 Punkte) deutlich. Vechta könnte bei einer Niederlage durchaus von anderen Mannschaften überholt werden. Denn am 14. Spieltag treffen vier direkte Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt aufeinander.
