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NWZonline.de Sport

Silbermedaille liefert Skeleton gute Argumente

19.02.2018

Pyeongchang „Jacqpot!“ stand in großen Buchstaben auf der riesigen Leinwand im Deutschen Haus, als Jacqueline Lölling Freudentränen vergoss. Unter tosendem Applaus fiel sie zu später Stunde ihren Eltern in die Arme, ließ ihr Olympia-Debüt Revue passieren. Das erste deutsche Gold im Skeleton hatte sie knapp verpasst – doch auch Silber war für ihren kleinen Sport ein Hauptgewinn.

„Ich kann das kaum in Worte fassen“, sagte die 23-Jährige, „diese zwei Tage, diese vier Läufe waren so hart, ein echter Nervenkrieg. Es gab noch nie ein Olympiarennen im Skeleton, das so knapp war.“ Nur Sotschi-Olympiasiegerin Lizzy Yarnold war nicht zu schlagen, 0,45 Sekunden fehlten am Ende auf die 29-Jährige. Laura Deas, eine weitere Britin, holte Bronze.

Das hervorragende Ergebnis für das deutsche Frauenteam rundeten Vizeweltmeisterin Tina Hermann (25) und Anna Fernstädt (21) auf den Rängen fünf und sechs ab. Dabei hatten Lölling und Co. unter Druck gestanden, die Zukunft des deutschen Skeletons hing auch von ihrem Auftritt in Pyeongchang ab. Denn das Abschneiden und die Perspektive haben Einfluss auf die Sportförderung, ein Nischensport kann nur mit Unterstützung wachsen.

Nach den enttäuschenden Winterspielen von 2014 „war die Medaille unser großes Ziel, das war ganz wichtig für unsere Sportart“, sagte Bundestrainer Jens Müller. Lölling ergänzte: „Es wurde an allen Schrauben gedreht, ich habe das nicht allein geschafft.“

Die Perspektive des Teams stimmt nun, auch wenn die Männer die zarten Hoffnungen auf Bronze nicht erfüllen konnten. „Wir sind eine junge Mannschaft, waren alle zum ersten Mal bei Olympia“, sagte Lölling, „und ich glaube, wir haben noch viel vor uns.“ Deshalb kann ihr Sport zuversichtlich auf die kommenden Förderrunden blicken, denn der DOSB will mehr denn je auf Potenzial achten.

Lölling ist Weltmeisterin, Europameisterin und Weltcup-Gesamtsiegerin, Hermann holte schon 2016 den WM-Titel. Bei den Männern ist Axel Jungk (26) Vizeweltmeister. Dennoch wird es in Zukunft ein harter Kampf um gute Ergebnisse sein.

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