RAMSLOH - In Filsum landete sie zum ersten Mal auf dem Treppchen. Ihr großes Vorbild ist die Weltranglistenzweite Jessica Kürten.
von Michael Heinen
RAMSLOH - Beim Weser-Ems Nachwuchs-Championat der Springreiter vor zwei Wochen klappte es endlich: Kea Tuitje vom RFV Saterland gewann in Filsum die Silbermedaille. Mit ihrer zehnjährigen Stute Calypso's Girl verbuchte sie in den drei Wertungsprüfungen 114,50 Punkte und hatte allen Grund zum Feiern. „Zuvor habe ich immer den undankbaren vierten Platz belegt, aber diesmal lief es wie am Schnürchen“, freute sich die 17-jährige Schülerin.Zugleich weckte dieser Erfolg ihren Ehrgeiz, denn ab Freitag wird sie bei den Weser-Ems-Meisterschaften in Cloppenburg im U18-Juniorenbereich antreten. „Ich hoffe, dass es klappt. Die Konkurrenz ist groß“, sagt sie.
Den letzten Schliff für den Meisterschaftsauftritt bekommt sie bei Joachim Heyer vom RFV Cappeln. Er sorgt derzeit für die Feinabstimmung zwischen Pferd und Reiterin. Zudem arbeitet sie beim RFV Saterland mit Reiner Schnitger. In dieser Woche trainierte sie nochmals Distanzen, ein wenig Kondition und taktische Raffinessen. Heyer, der Kea seit einigen Monaten trainiert, schätzt das Talent der Reiterin: „Sie hat den nötigen Biss und wird ihren Weg gehen“, sagt er. Die Arbeit zahlt sich aus: Beide waren am Wochenende gemeinsam auf einer Pferdeleistungsschau in Helleberg (Sauerland) erfolgreich am Start (die NWZ berichtete).
Erste pferdesportliche Gehversuche machte Kea im Alter von zehn Jahren. Damals hatte sie ein Pony namens Nicki. Die ersten Erfolge im Springen bis zur Klasse L stellten sich bald ein. Danach folgte mit Rubina das erste Großpferd und die ersten Siege in der Klasse L. 2004 gewann sie ihr erstes M-Springen. Auch in Cloppenburg muss sie in drei Wettbewerben der Klasse M bestehen, und ihr Ziel ist klar: „Ich möchte eine möglichst gute Platzierung erreichen.“ Allerdings denkt die Schülerin schon weiter: Sie hat sich vorgenommen, noch 2006 erstmals in einem Springen der Klasse S zu starten. „Es ist noch ein hartes Stück Arbeit, aber ich habe für dieses Vorhaben mit Joachim Heyer den passenden Trainer.“ Ihr großes Vorbild ist die Weltranglistenzweite Jessica Kürten aus Irland. Sie komme mit jedem Pferd zurecht, sagt Kea.
Für die Saterländerin steht jetzt schon fest, dass sie sich auch beruflich dem Pferdesport widmen möchte. Sie wird im August 2007 beim Niedersächsischen Landgestüt in Celle eine Ausbildung zur Pferdewirtin beginnen. „Damit ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen, und ich freu mich riesig über den Ausbildungsplatz.“ Vorher muss sie noch ein Jahr die Schulbank drücken.
