Vechta - Eigentlich machen ja meistens die Großen den Kleinen Mut – aber es geht auch umgekehrt: In Vechta haben unter der Woche Kinder versucht, den Basketball-Riesen Rastas neue Kraft zu geben. Die Teilnehmer eines Basketball-Camps munterten die Spieler des Erstligisten auf und sangen sogar für sie. An diesem Sonnabend (20 Uhr) will das Bundesliga-Schlusslicht nun – auch für die enthusiastischen Nachwuchs-Sportler – eine Aufholjagd starten. Zu Gast ist ausgerechnet Phoenix Hagen.
Wie ein Phönix aus der Asche wollen die Vechtaer nach elf Niederlagen in Folge ihre sportliche Wiederauferstehung feiern. Und die ist dringend nötig, liegen doch sechs Spieltage vor Schluss sechs Punkte zwischen dem Aufsteiger und dem rettenden Ufer.
Ganz anders sieht die Situation in Hagen aus. Der Vorjahres-Viertelfinalist steht auf Platz zehn, also im Niemandsland der Tabelle. Dass er noch die Playoffs erreicht, ist doch eher unwahrscheinlich. Motivierter dürften also die Gastgeber sein – auch weil sie das Hinspiel durch einen Treffer in letzter Sekunde 78:80 verloren haben. So etwas tut weh und schreit förmlich nach Revanche.
An den Zuschauern soll es nicht scheitern. Der Rasta-Dome ist längst ausverkauft, und die Vechtaer Fans sind inzwischen bundesweit für ihre Begeisterungsfähigkeit bekannt. Etwa 1000 Anhänger begleiteten das Schlusslicht zuletzt zum Spiel nach Berlin. Sie werden ihr Team auch im heißen Duell mit den Feuervögeln kräftig anfeuern.
Die Gäste haben großen Respekt vor Rasta – aber auch zahlreiche Topspieler in ihren Reihen. Vor allem Flügelspieler Larry Gordon, der mit im Durchschnitt 15,5 Punkten und 7,3 Rebounds pro Spiel für Rasta-Coach Pat Elzie sogar ein MVP-Kandidat ist – was wiederum den Vechtaer Respekt vor Hagen zeigt.
Allerdings wäre nach elf Niederlagen in Folge auch alles andere als Respekt vor dem Gegner unangebracht. Schließlich gehen die Vechtaer inzwischen in jedes Spiel als klarer Außenseiter. Aber das kann sich ja wieder ändern – wenn die Rasta-Riesen über sich hinauswachsen.
