Vechta - Die Luft wird für den Neuling Rasta Vechta immer dünner im Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga (BBL). Gegen Phönix Hagen sollte der langersehnte erste Rückrundensieg eingefahren werden.
Doch am Ende hielt die Negativserie nach einem 67:75 (19:20, 17:19, 10:12, 21:24) gegen Phönix Hagen und wurde um die zwölfte Niederlage in Folge ausgedehnt. Dass die BBL für Vechta, das gegen Hagen auf die verletzten Rashad Bishop und Axel Jarchow verzichten musste, nicht leicht werden würde, war allen Handelnden zu Beginn der Saison klar. Dass es so schwer sein würde, damit war wohl nicht zu rechnen. Während die Fans die Liga bereichern und ihre Erstligatauglichkeit eindrucksvoll Woche für Woche unter Beweis stellen, gilt dies zurzeit nicht für das Team von Trainer Pat Elzie.
Wildcard als Option
Das Wort Abstieg will zwar niemand in den Mund nehmen, aber die Realität sieht anders aus. Das Restprogramm gegen Tübingen, in Bamberg, gegen Frankfurt und München sowie in Bremerhaven hat es in sich. Mittlerweile macht die Option Wildcard die Runde. Clubpräsident Stefan Niemeyer hatte angedeutet, dass man diesen Schritt in Erwägung ziehe.
Die momentan fehlende Bundesligatauglichkeit ist allzu offensichtlich. Am Sonnabend vor traditionell ausverkauftem Haus drückte die Negativserie auf die Stimmung, denn im Vergleich zu den vergangenen Spielen war es noch nie so ruhig. Stattdessen sorgten die mitgereisten Fans aus Hagen von der ersten bis zur letzten Minute für eine unglaubliche Kulisse. Die Gastgeber ließen sich aber von dieser ungewohnten Stimmung am Anfang nicht beirren. Vechta legte fulminant los und führte schnell mit 17:7. Überragend agierten Brandon Bowman und Richie Williams.
Rasta macht viele Fehler
Doch ehe bei den Rasta-Anhängern Hoffnung aufkeimte, wendete sich das Blatt. Denn was dann geschah, war unglaublich. Vechta agierte auf einmal verunsichert, leistete sich mehrere Fehler und brachte Hagen zurück ins Spiel. Binnen weniger Minuten drehten die Gäste die Partie und führten nach dem ersten Viertel mit 20:19.
Das zweite Viertel war ein Tanz auf der Rasierklinge. Vechta, angeführt von einem starken Brandon Bowman (16 Punkte), kämpfte und führte bis zwei Minuten vor der Pause (34:31), ehe Hagen aufdrehte und dank der vielen Ballverluste der Hausherren erneut das Spiel drehte. Besonders Hagens Larry Gordon stach mit 14 Zählern hervor. Mit 39:36 führte der Playoffkandidat Hagen zur Halbzeit.
Nach der Pause blieb Rasta in Schlagdistanz, aber einholen ließ sich der Gast nicht mehr. Das dritte Viertel war geprägt von der Defensive. Beide Seiten ließen unter dem Korb wenig zu. Mit einem 46:51-Rückstand ging es für das Team von Pat Elzie ins Schlussviertel. Nun schlug die Stunde des Henry Dugat. Binnen 103 Sekunden markierte der Amerikaner zehn Punkte, und Hagen führte mit 60:47. Fassungslosigkeit auf der Rasta-Bank. Doch Vechta bäumte sich noch einmal auf. Vechtas Lebensversicherung Richie Williams traf mit einem Dreier zwei Minuten vor dem Ende zum 61:64.
Gordon beendet Hoffnung
Der Dome erwachte, doch es war Larry Gordon, der dem Aufsteigerteam um Pat Elzie jegliche Hoffnung nahm. Der Amerikaner nahm Maß, und sein Dreier zum 69:63 war der entscheidende Schlag, der zur zwölften Niederlage des Neulings in Serie führte. Während Vechta wohl nur noch ein Wunder auf den rettenden drittletzten Platz bringen kann, wahrte Hagen seine Chancen auf die Play-Offs. Gäste-Trainer Ingo Freyer war beeindruckt von der Halle und von den Fans: „Ich war sehr gespannt, denn ich habe zuvor viel gehört. Ich bin beeindruckt, wie laut es war. Es hat richtig Spaß gemacht. Gerade mit unseren vielen Fans war es ein richtiges ‚battle’, das haben wir auf der Bank und auch auf dem Spielfeld gemerkt.“ Rastas Trainer Pat Elzie war nach dem Spiel sprachlos: „Ich hatte unsere Mannschaft anders erwartet als heute. Wir hatten Chancen, aber haben sie nicht genutzt. Bei so einer Wurfquote ist es schwierig, zu gewinnen. Am Anfang dachte ich, dass es ein gutes Spiel werden wird, aber im Verlauf des Spiels ist es uns aus der Hand geglitten. Wir müssen uns den Mund abwischen. Ich hoffe, dass wir am Donnerstag gegen Tübingen besser spielen.“
Vechta: Butts (2) Doerksen (8), Krause, Bowman (22/1 Dreier), Stückemann (3) Conroy (2) Igbavboa (4) Mädrich (5) Weber (6) Rudowitz (2) Williams (13/2).
Zweier: 24/47 (51 %) - 19/33 (58 %). Dreier: 3/21 (14 %) - 7/27 (26 %). Freiwürfe: 10/15 (67 %) - 16/23 (70 %). Fouls: 21 - 20. Ballgewinne: 6 - 9. Ballverluste: 17 - 12. Offensiv-Rebounds: 15 - 5. Defensiv-Rebounds: 36 - 28.
