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NWZonline.de Sport

Mit zwei PS durch den Parcours

20.07.2018

Rastede Einige Hundert Meter legt Dirk Sandstede durch den Parcours zu Fuß zurück, um sich die Reihenfolge der Hindernisse zu merken. Kurz bleibt er mitten auf dem Platz des Oldenburger Landesturniers stehen und geht noch mal im Kopf den Parcours durch. Nur noch ein paar Stunden und er startet mit seinem Zweispänner beim Hindernisfahren in der Klasse M.

Unterstützt wird der Edewechter dabei von seiner Schwester Hille Schulte. Als Beifahrerin sitzt sie hinter ihrem Bruder auf der Kutsche. Bereits seit 2001 unterstützt Schulte ihren Bruder im Fahrsport – jede Saison sind sie gemeinsam unterwegs. Als Beifahrerin muss sich Schulte beim Dressur- und Hindernisfahren komplett ruhig verhalten – Tipps darf sie keine geben.

Der Parcours hat sich in Sandstedes Kopf eingebrannt, jetzt geht es zur Vorbereitung zu den Pferden. Die zwei Schimmel Matcho und Santano warten schon. „Die beiden habe ich heute morgen zwei Stunden lang gewaschen“, erklärt die 55-Jährige und putzt sie noch einmal. Mit geübten Handgriffen legen die Geschwister anschließend das Geschirr an, dann werden die Pferde vor die Kutsche gespannt. Auch der Fahrer und die Beifahrerin müssen sich in Dressurkleidung herausputzen. Da gelten strenge Regeln: Sollte der Beifahrer zum Beispiel während der Prüfung keine Handschuhe tragen, gibt es fünf Strafpunkte. Die Bluse und das Jackett sitzen, und schon fährt der Zweispänner in ruhigem Schritt zum Turniergelände.

20 Zentimeter Spielraum

Sandstede hat schon seit seiner Kindheit Kontakt zu Pferden. Lange Zeit war er als Vielseitigkeitsreiter aktiv. Nach einem schweren Autounfall war ihm das Reiten jedoch nicht mehr möglich, so stieg er auf das Fahren um. Bereits seit 40 Jahren ist der Landwirt beim Oldenburger Landesturnier entweder als Reiter oder Fahrer dabei.

Und was ist das Besondere am Fahren? „Wo kann man schon im hohen Alter noch am Sport teilnehmen“, fragt der 69-Jährigen. Beim Fahren ist das möglich. So tritt auch der vielfache deutsche Meister Bernhard Duen im Alter von 83 Jahren beim Landesturnier an. „Solange ich das gesundheitlich kann, werden wir fahren“, ist sich auch Sandstede sicher.

Doch selbst nach jahrelanger Fahrerfahrung baut sich vor jeder Prüfung Nervenkitzel auf. „Man will ja erfolgreich sein“, sagt er.

„Beim Hindernisfahren kommt es auf Geschwindigkeit und exaktes Fahren an“, so Schulte. In einer vorgegebenen Zeit muss der Zweispänner Hindernisse durchfahren, die aus zwei Kegeln bestehen, auf denen jeweils ein Ball liegt. Die Kutschen haben normalerweise eine Spurbreite von 1,50 Metern. 20 Zentimeter Spielraum bleibt beim Durchfahren der Kegel – zehn Zentimeter auf jeder Seite. „Das ist schon ziemlich knapp.“

Übung macht den Meister: „Die Pferde können das, wenn sie älter sind“, erklärt Sandstede. Und auch für die Fahrer ist Übung das A und O.

Sobald ein Ball runterfällt, gibt es drei Strafpunkte. Auch bei Zeitüberschreitung werden Strafpunkte gezählt. „Am besten ist ein schneller Trab“, sagt der Fahrer.

3. Platz ergattert

Wichtig ist auch, dass die zwei Pferde miteinander harmonieren. Sie haben am besten das gleiche Stockmaß und ähneln sich charakterlich. Zudem haben beide Tiere immer den gleichen Platz vor der Kutsche. „Dann laufen sie besser, weil sie es schon gewöhnt sind“, so Sandstede.

Matcho und Santano zeigen sich beim Hindernisfahren von ihrer besten Seite. Fehlerfrei fahren sie ins Ziel. Am Ende landen sie auf dem dritten Platz. Die Erst- und Zweitplatzierten waren ein paar Sekunden schneller. „Da oben an der Spitze ist es immer eng“, weiß Sandstede.

Neben dem Hindernisfahren tritt das Geschwisterpaar in Rastede auch beim Dressur-, und Geländefahren an. Alle drei Prüfungen werden zudem kombiniert gewertet – somit steht am Ende des Turniers neben den Einzelsiegern ein Gesamtsieger fest. Das Geländefahren steht Sandstede und Schulte am Samstag noch bevor. „Da kann alles passieren.“

Anna-Lena Sachs
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003

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