Rastede - Spitzenmannschaften sagt man nach, dass sie Spiele auch gewinnen, wenn sie mal keinen guten Tag erwischen. Das wird dann „Bayern-Gen“ oder „Favoritenvorteil“ genannt. Zu einem solchen Spitzenteam haben sich die Bezirksliga-Fußballer des FC Rastede zumindest tabellarisch entwickelt. Beim 3:2 (1:1)-Erfolg im Heimspiel gegen den SV Ofenerdiek zeigten die Rastader am Sonntagnachmittag vor rund 150 Zuschauern, wie man eine Partie gewinnt – ohne dabei immer vollends zu überzeugen.

„Es ist umso höher einzuschätzen, dass wir auch gewinnen, wenn’s mal nicht so gut läuft“, befand Trainer Daniel Nolan. Durch den sechsten Sieg in Folge hat die FCR-Elf inzwischen ein Polster von vier Punkten auf den Tabellenzweiten GVO Oldenburg aufgebaut und grüßt die Konkurrenz weiter von der Ligaspitze. GVO kam nur zu einem 1:1 gegen TuS Obenstrohe.

In den ersten Minuten bekamen die Zuschauer auf dem Sportplatz Köttersweg in Rastede dennoch fußballerische Magerkost geboten. Die Rasteder konnten nicht ihr gewohntes Kombinationsspiel aufziehen. Ein Geistesblitz von Le-Minh Ly, der technisch stark auf Christopher Nickel (21. Minute) durchsteckte, welcher zum 1:0 einschob, brachte dennoch den ersten Treffer. Aber nur sieben Minuten später glich Ofenerdieks Christoph-Fabrice Schmidt zum 1:1 aus.

Bemerkenswert waren dann insbesondere zwei Auswechslungen. Julian Milz musste vom Platz und wurde von Stephan Reinken ersetzt. „Er hat schlecht Luft bekommen“, erklärt Nolan. Zudem musste später auch der bis dahin stärkste SVO-Akteur Julian Baarts ausgewechselt werden. Er war bereits angeschlagen in die Partie gegangen. Chancen blieben auf beiden Seiten derweil weiter Mangelware.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel. Rastede war nun sichtlich bemüht, mehr Spielkontrolle zu erlangen und schaffte es, über mehrere Stationen miteinander zu kombinieren. „Da haben wir endlich spielerische Elemente gezeigt“, sagt Nolan. Damit erarbeite sich die Mannschaft ihr Glück. Nach einem katastrophalen SVO-Fehlpass im Strafraum nahm Rastedes Torjäger Sergej Müller (49.) die Einladung dankend an.

Dann folgte aber erneut ein „dummer Gegentreffer“, so Nolan. Nach einem Handspiel im Strafraum glich Niklas Reich (65.) vom Punkt zum 2:2 aus. Nur sieben Minuten später wurde ein Rasteder im Strafraum mit der Hand im Gesicht getroffen und ging zu Boden. Der Schiedsrichter entschied auf Foulelfmeter. Doch Nickel schoss SVO-Keeper Gunnar Wellhausen an.

Zu einem „Dreier“ reichte es trotzdem noch. Nach einem Handspiel gab es einen weiteren Elfmeter für die Hausherren. Diesmal trat Stephan Reinken (85.) an und verwandelte zum 3:2-Siegtreffer. Die Gäste waren nun zu erschöpft, um noch einen ernsthaften Sturmlauf auf das Rasteder Tor zu starten.

Arne Jürgens
Arne Jürgens Redaktion Bad Zwischenahn