RASTEDE - „Das ist eigentlich ganz unspektakulär, was wir hier machen“, sagt Wilhelm Tholen und geht mit seiner Labrador-Mix-Hündin Emma über die Straße. Und das finden auch die anderen Hundebesitzer. Tholen ist nämlich nicht allein mit seinem Hund unterwegs, mit ihm gehen elf andere spazieren. Und auch die sind nicht allein – fast jeder in der Gruppe hat einen Hund an der Leine.
Und ein gemeinsames Ziel im Kopf: Sie wollen mit ihren wöchentlichen Spaziergängen am Donnerstag, 17 Uhr, den Rastedern und auch der Gemeindeverwaltung zeigen, dass Hundebesitzer und ihre Hunde gar nicht so schlimm sind. „Uns geht es um die positive Wahrnehmung“, sagt Tholen, der die Idee zu den gemeinsamen Spaziergängen durch den Ort hatte. „Und uns fehlt auch einfach ein Platz, auf dem wir die Hunde auch mal ohne Leine laufen lassen können“, sagt er.
Protestieren wollen die Hundebesitzer aber laut Tholen nicht. „Wir wollen uns nur zeigen.“ Immer wieder hätten die Hundebesitzer mit Vorurteilen zu kämpfen, sie würden den Hundekot überall liegen lassen, ihre Hunde wären schlecht erzogen und würden kläffen oder gar beißen.
Beim Hundespaziergang ist davon aber nicht viel zu bemerken. Lauter geht es nur zu Beginn des Spaziergangs am Marktplatz zu, wenn die Hunde sich gegenseitig begrüßen. Doch sobald sich die Gruppe in Bewegung setzt, bellt kein Beagle, Windhund oder Rottweiler mehr.
„Nicht jeder Hund ist eben bissig oder gefährlich“, sagt Jann Tams. Auch er hofft, dass sich die ablehnende Haltung vieler Rasteder durch die Kommunikationsversuche der Hundehalter auf Dauer verändern könnte.
