Rodenkirchen/München - Das ist eine riesige Sache: Christin Hilmer aus Rodenkirchen hat Ende August bei den deutschen Meisterschaften im Sportschießen in München die Silbermedaille in der Flintendisziplin Trap gewonnen. Die Wurfscheibenschützin musste sich in der vergangenen Woche nur Bettina Valdorf aus Brandenburg geschlagen geben. Die Bronzemedaille schnappte sich Jennifer Kühl vom SV Kaltenweide.
Und es gab noch einen weiteren Medaillengewinner aus der Wesermarsch: Jens-Carlos Hansen aus Ovelgönne gewann die Silbermedaille in der Disziplin Skeet (Altersklasse: männliche Jugend).
Weniger Training
Christin Hilmer hatte sich nach eigenen Angaben mit einem neuen Landesrekord für die Meisterschaften qualifiziert, obwohl sie studienbedingt deutlich weniger trainiert als in den vergangenen Jahren. Indes: „Gelernt ist gelernt“, sagte sie.
Bei angenehmen Bedingungen hätten in München viele Schützen Probleme mit dem schwierigen Wechsel zwischen Licht und Schatten gehabt, sagte sie. „Mich persönlich stören diese Lichtverhältnisse nicht“, sagte sie. Dennoch seien die Ergebnisse nicht so hoch wie üblich gewesen.
Erstmals hatten die Frauen 125 Scheiben an zwei Tagen schießen müssen – 75 am ersten Tag und 50 am zweiten. „Das kostet mehr Kraft und Nerven, allerdings bin ich es von den Ranglistenwettkämpfen der vergangenen Jahre gewohnt“, sagte sie.
Bettina Valdorf dominierte den Vorkampf mit 111 von 125 Scheiben. Dahinter war das Feld ausgeglichen. „Für mich lief es von Anfang an gut“, sagte Christin Hilmer, „aber ich konnte mir nie sicher sein, ob es für das Finale reichen würde.“ Aber sie schaffte es. Mit 103 Scheiben lag sie zunächst auf Platz drei – punktgleich mit Judith Schüler aus Grimmen.
Indes habe sie sich keine Hoffnungen auf eine Medaille gemacht. „Dennoch wollte ich in Anwesenheit beider Bundestrainer zumindest zeigen, dass ich es immer noch draufhabe“, sagte sie.
Und wie: Nach den ersten 25 Scheiben führte sie das Klassement an. Es entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Christin Hilmer und Bettina Valdorf – „wie so häufig“, meinte Christin Hilmer. „Das macht uns immer einen Riesenspaß, weil wir uns einerseits nichts schenken, aber aber andererseits der anderen ihren Erfolg von Herzen gönnen können.“
Zunächst lagen die Schützinnen gleichauf. In der entscheidenden Phase leistete sich Christin Hilmer Fehler. Die Konzentration habe nachgelassen, sagte sie. Sie kam auf 38 Scheiben. Ihre Kontrahentin traf dagegen konstant – und vier Scheiben mehr. Bettina Valdorf habe den Titel hochverdient gewonnen, meinte Christin Hilmer.
Zweiter Anlauf
Dennoch sei für sie ein Wunsch in Erfüllung gegangen: eine Medaille in der Frauen-Konkurrenz. Und das schon im zweiten Anlauf. Im vergangenen Jahr hatte sie bei ihrem Debüt im Erwachsenenbereich den sechsten Platz im Finale belegt. Nach dem Vorkampf hatte sie mit 69 von 75 Scheiben Platz drei belegt. „Aber damals habe ich mich durch mein gutes Vorkampfergebnis selbst etwas zu sehr unter Druck gesetzt.“
Deshalb lautete ihr Fazit nach den diesjährigen Titelkämpfen: „Ich habe nicht Gold verloren, sondern Silber gewonnen.“
Sie freute sich deshalb auch riesig, dass sich der Bundestrainer es nicht nehmen ließ, ihr zur Silbermedaille zu gratulieren. Damit nicht genug: Mit ihrem Vereinskollegen Meinhard Borchers belegte Christin Hilmer Platz vier im Mixed-Wettbewerb. Nach einem richtig starken Vorkampf habe im Finale das nötige Glück gefehlt.
