RODENKIRCHEN - Aus einem familiären Treffen entwickelte sich eine Großveranstaltung. Heute gilt das ehemalige „Reiterfest“ als ideales Einsteigerturnier.

von beatrix schulte

RODENKIRCHEN - 200 Pferde werden beim 25. Reitturnier auf der Wurth in Alserfeld an den Start gehen. Mit 450 Nennungen sind für die Veranstaltung am Sonnabend, 8. Juli, rund 30 mehr als im Vorjahr eingegangen. Besonders gefragt ist in diesem Jahr die noch junge Prüfung „Jump and Run“, bei der ein Reiter und ein Läufer als Team starten und die Hindernisse gleichermaßen überqueren müssen.

Starter aus Bremen, Bremerhaven und Elmlohe kommen eigens wegen dieser im vergangenen Jahr eingeführten Prüfung zum kleinen Traditionsturnier auf die Wurth. Die große Anzahl der Nennungen zwang die Organisatoren zu einer Aufsplittung der Gruppe in zwei Abteilungen. Am Mittag dürfen die Jahrgänge 91 und jünger starten, am Abend kommen dann die älteren „Semester“ zum Einsatz. Es werden getrennte Platzierungen vorgenommen.

Inge Kuck, ehemalige Besitzerin des Reiterhofes, erinnert an die „Jux-Läufe“ aus den Anfängen des Turnieres in den 80er-Jahren, als Läufer des AT Rodenkirchen eingeladen wurden, die dann ebenfalls die Hindernisse zum Vergnügen des Publikums überwinden mussten.

1981 fand das 1. Reiterfest auf der Wurth statt. Es war ein kleines familiäres Treffen der Wurthreiter, die als Gast je einen Freund mitbringen durften, der dann auch in den Prüfungen startete. Bereits ein Jahr später lagen der Familie Kuck 74 Nennungen vor. Das zunächst dreistündige Fest entwickelte sich allmählich zu einem professionellen Dressur- und Springturnier. Es wurde ein Paarreiten mit Kostümen kreiert oder ein Geländeritt abgehalten. Er führte rund um das Haus und hatte Steigungen und Naturhindernisse.

Zu besten Zeiten registrierten die Kucks 580 Nennungen. Der verstorbene Initiator Wilhelm Kuck hatte den Geländeritt in die Wesermarsch eingeführt. Bei jedem Reiterfest wird seit vier Jahren der Wilhelm-Kuck-Gedächtnis-Preis an den besten Ponynachwuchsreiter vergeben. Noch heute gilt das Reitturnier auf der Wurth es als ideales Einsteigerturnier, bevorzugt für Ponys.

Das Pferd ist auf dem Reiterhof auf der Wurth Familienmitglied und nicht Sportgerät, der Hof die 2. Heimat für die vielen jugendlichen Reiter, steht in einer Chronik geschrieben. Angefangen hat die Reiterei auf dem Hof Kuck mit zwei kleine Shetlandponys, die die beiden Kuck-Töchter Hille und Birte betreuten. Es sprach sich unter den Kindern herum und schnell kamen mehr auf den Hof. Hofinhaber Wilhelm Kuck hatte viel Verständnis für die Leidenschaft der Kinder zu den Ponys. Mit Hilfe der Eltern wurde die Maschinenhalle ausgeräumt und zur Reithalle umfunktioniert.

Legendär auf der Wurth wurden der nach den Turnieren abgehaltene Festball mit Livemusik und das Reiterballett, das von Richter Bernd Menke erdacht wurde. 1996 ging der Hof für sieben Jahren an die Pächter Detlef und Andrea Ukena, bevor er vor drei Jahren von Gerd und Birgit Kobbenbring übernommen wurde. 40 Kinder und Jugendliche kommen derzeit regelmäßig zum Reiten auf die Wurth. Es stehen zwei Außenplätze und die kleine Reithalle zur Verfügung.