RODENKIRCHEN - Nach zwei Unentschieden in der Vorrunde drohte dem ATR das Aus. Das Team um Spielertrainerin Julia Ahlhorn steigerte sich aber von Partie zu Partie.

von Jürgen Schultjan

RODENKIRCHEN - „Mein Gott, welch eine Blamage“, dachte sich Spielertrainerin Julia Ahlhorn, als in der Vorrunde der Deutschen Meisterschaft im Völkerballspiel in Voerde bei Dinslaken die Spielrunde um die Plätze sieben bis 15 drohte. Dabei hatten sich die ATR-Fans für die Zwischenrunde und Endrunde am zweiten Wettkampftag per Bus angekündigt

Der AT Rodenkirchen, als Titelverteidiger angetreten, hatte zwar einige Veränderungen im Team erfahren, aber dies erklärte nicht, warum das Team sein schnelles Spiel und die gewohnten Aktionen nicht durchzogen. Und das in einer Vorrundengruppe der Marke „hammerhart“. Der Auftakt gegen den Ausrichter SV Spellen war noch locker und wurde mit 2:0 Sätzen (6:0, 5:0) gewonnen. Doch dann ging es mit WT Loppersum II gegen den Geheimfavoriten. Nach einem 1:0 und einem 0:5 endete die Partie mit 1:1 Sätzen. Konnte dies noch einkalkuliert werden, so war die Enttäuschung über das 1:1 gegen den TV Eppelborn (0:3, 3:0) groß.

„Es hat nichts funktioniert und gegen den zweimaligen Deutschen Meister DJK Delbrück stand die entscheidende Partie für uns noch bevor“, schilderte Spielertrainerin Julia Ahlhorn ihre Gedanken und Bedenken. Nur gut, dass vor dieser Partie die Mittagspause anstand. Das Team hielt „Kriegsrat“ und besann sich auf alte Tugenden und Taktiken, was sich zum Schlüssel des Erfolges entpuppen sollte.

Mit 2:0 Sätzen (6:0, 4:0) wurde Delbrück, das später nur Zehnter wurde, besiegt und die Zwischenrunde erreicht, in die mit WT Loppersum II auch das zweite Team aus Niedersachsen einzog. Danach lief es wie gewünscht. SuS Westenholz wurde mit 2:0 (5:0, 1:0) und TV Aschbach mit 2:0 (5:0, 2:0) deutlich bezwungen. In der nächsten Runde gab es gegen den Lüner SV ein 2:0 (4:0, 5:0), ehe gegen den TV Humes das Finale aus dem Jahre 2005 eine Wiederholung erfuhr. Das 1:1 (1:0, 0:3) reichte dem ATR, da Lünen und Humes sich ebenfalls 1:1 trennten.

Im Halbfinale gab es ein Wiedersehen mit dem TV Aschbach aus dem Saarland, als Rodenkirchen mit 2:0 (4:0, 3:0) sicher ins Finale einzog. WT Loppersum II verlor gegen den TV Humes zunächst mit 0:2, erreichte aber ein 3:0 im zweiten Satz, so dass es zum rein niedersächsischen Duell um den Titel reichte. Aber fast hätte es stattdessen eine Wiederholung des Finales von 2005 gegeben.

Für das Endspiel vor 450 Zuschauern hatte der ATR aus dem 1:1 der Vorrunde die richtigen Schlüsse gezogen. Mit 2:0 und 3:0, somit in 2:0 Sätzen, wurde der dritte Deutsche Meistertitel im Folge perfekt gemacht. „Es war ein tolle Leistung am zweiten Wettkampftag. Die kleine Krise der Vorrunde haben wir sehr gut überwunden“, freute sich Julia Ahlhorn.